Bild: Christiane Flechtner

Kultur | Freizeit

Frühlingsstart im ehemaligen Kossätenhof

Die Aagaard-Galerie bietet Künstler-Highlights bei Kaffee und Kuchen seit 1976 in Alt-Hermsdorf

Von Christiane Flechtner

Hermsdorf – Der Frühling kommt. Das bedeutet auch, dass sich die Aagaard-Galerie, das Auenhof Café und vor allem das Freigelände in der Straße Alt-Hermsdorf 11 jetzt wieder in eine besondere Wohlfühloase verwandeln.

Vor nunmehr 44 Jahren hatte Heidemarie Aagaard diesen Ort der Kunst eröffnet. Das künstlerische Treiben fing bereits 1976 im alten Schlachthaus in Alt-Hermsdorf 39 an. „Dort haben wir einen kleinen Künstlerhof gegründet“, erklärt Heidemarie Aagaard. 

Mit dabei waren damals der Waffenrestaurator Siegfried Vogel und Familie Simon und Jochen Fechner, der vor allem Plastiken aus Fundstücken herstellte. Auch Heidemarie Aagaard zog mit ihrer Kunst dort ein. 13 Räume standen der Reinickendorferin, die sich in den Spuren ihrer Vorfahren – allesamt Künstler aus Dänemark – weiterentwickelte. Dort kre-

ierte sie Arbeiten der Malerei, Emaille- und Töpferkunst. Doch nach 13 Jahren war dort Schluss, denn das Gebäude wurde verkauft. So suchte die Künstlerin neue Räume – und wurde in einem 1998 erbauten Wohnhaus in Alt-Hermsdorf 11 fündig. Das Grundstück war früher einmal ein Kossätenhof gewesen, auf dem ein Milchbetrieb geführt worden war. In mühsamer Kleinstarbeit verwandelte Heidemarie Aagaard den ehemaligen Kossätenhof in einen idyllischen Künstlerhof mit Galerie und Auenhof-Café. Der Hof trägt heute den Namen der Galeristin: Auenhof heißt auf Dänisch „Aagaard“.

Seitdem hat die engagierte Hermsdorferin nicht nur ihre eigenen Werke, sondern vor allem Arbeiten anderer Künstler in der Remise ausgestellt, unter anderem von Martin Gietz, Harald Kriesel oder Ute Kirchen und ausländischen Künstlern. So befinden sich in stetig wechselnden Ausstellungen die Kunstwerke von Malern, Bildhauern, Fotografen und anderen Künstlern. Ob Russland oder USA, Chile, Europa – die Künstler, die in der kleinen Galerie unweit des Tegeler Fließes ausstellen, sind international. Ob Kurt Mühlenhaupt oder Matthias Gerlach, Eike Erzmoneit aus London oder Anders Nyborg aus Dänemark – sie alle finden hier einen ganz besonderen Platz für ihre Werke. Rund 280 Ausstellungen verschiedenster Künstlerinnen und Künstler hat die Hermsdorferin hier bereits präsentiert. 

Im Juni 2014 ist das Auenhof-Café hinzugekommen. Gäste schwärmen von den selbst gebackenen Kuchen. Zurzeit sind in der Galerie Werke verschiedener Künstler zu sehen, unter anderem vom Marinemaler Gerhard Geidel, der Kunst- und Auftragsmalerin Christine Flieger und der Künstlerin Madlen Wrobel. 

Galerie und Auenhof-Café sind freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

6. April 2019