Soziales & Familie

Active Panels laden ein

Neue Formate zur Leseförderung in der Humboldt-Bibliothek

Von Harald Dudel

Tegel – Niedrigschwellig im mehrfachen Wortsinn sind die neuen „Active-Panels“ der Humboldt-Bibliothek. Sie sind höhenverstellbar, so dass Kleine und Große auf Augenhöhe damit klarkommen. Außerdem holen die Aktivtafeln junge Nutzer auf ihrer kommunikativen Ebene ab – mit Bildern, Tönen und Lernspielen. Zu diesem Zweck reagieren die 86- und 70-Zöller auf Fingerdruck. So stellte sie Bibliothekar Hanno Koloska im März in der Humboldt-Bibliothek vor. 

Mit sichtlicher Freude hat denn auch seine Dienstherrin, Katrin Schultze-Berndt, die digitalen Aktivtafeln offiziell eingeweiht. Der Kulturstadträtin liegt vor allem die „Sprach- und Leseförderung am Herzen, „die wir mit diesen aktiven Tafeln zeitgemäß vermitteln können. Wir zeigen den Kindern nicht mehr lediglich gedruckte Bücher, sondern können deren Inhalte gemeinsam am Bildschirm erleben und in Interaktion bringen“. 

Wichtigstes Ziel: „Eine Brücke zu schlagen zwischen digitalen und analogen Medien, um die Kompetenz im Umgang mit beiden zu stärken“. Angesichts des sich stark verändernden Mediennutzungs-Verhalten von Kindern und Jugendlichen sieht Schultze-Berndt „ein hohes Potential für bibliothekspädagogische Innovationen.“

Eine davon: Hier können nicht nur Bilder und Filme in HD-Qualität gezeigt werden. Die Vortragenden werden sogar in die Lage versetzt, „Schalter“ und Spruchblasen in ihre Präsentationen einzubauen sowie kleine Apps entwickeln zu lassen. So treffen sich am Touch-Bildschirm Lese-Lockung und Lust am Spielerischen. Beispiele dafür sind analoge und digitale Sprachspiele, „Geschichten mit Foto-Apps kreativ umsetzen“ sowie Selbstmach-Blogs. Besonders beliebt ist die preisgekrönte App „Die große Wörterfabrik“. Daneben finden „Kleiner Fuchs Tierarzt“ oder Bilderbuch-Apps zum Ausprobieren das Interesse der jungen und jung gebliebenen Besucher. 

Auch Erlebnis-Sachbücher wie „Professor Astrokatz“ können sich sehen und steuern lassen. Oder wie wäre es gleich mit einer interaktiven Rallye mit Foto-fähigen iPads zum Kennenlernen der Bibliothek? Beim „Kollaborativen Lernen“ geht es darum, mit iPad und Handy gemeinsam Aufgaben zu lösen – beispielsweise freitags zum Bilderbuchkino, montags beim Kinderkino sowie für Kitagruppen und Schulklassen. 

Und die Resonanz? Allein in der Humboldt-Bibliothek nahmen in der Testphase monatlich über 800 Kinder und Begleiter an diesen Veranstaltungen teil. Christiane Bornett, Leiterin der dortigen Kinder- und Jugendbibliothek, setzt damit einen wichtigen „Schwerpunkt für die Bibliotheksarbeit der kommenden Jahre“. 

Und findet das alles ausschließlich in Tegel statt? Mitnichten: Für andere Stadtteilbibliotheken ist dieses Angebot bereits im Aufbau. Da darf sich Doreen Lenz, Leiterin der Bibliothek im Märkischen Viertel, schon mal vorfreuen, ihre Zweigstelle hat jetzt die Ausstattung erhalten. 

28. März 2018

Foto: Harald Dudel