Panorama

Her mit mehr als Mindeststandard!

Neuer Nahverkehrsplan mit vielen Details für Reinickendorf ist erschienen

Redaktion

Bezirk/Berlin – Da rollt was auf uns zu … Der Senat hat in seiner Sitzung Ende Februar den neuen Nahverkehrsplan für die Stadt beschlossen. Wichtigstes Ziel für die Jahre 2019 bis 2023 samt Bedarfsplanung bis 2035 soll ein qualitativ und quantitativ attraktives Angebot sein. 

Bedarfe oder Maßnahmen für Reinickendorf gibt es viele, gerade in Sachen Taktung: Da ist von „Lücken“ die Rede, „in denen fast die Hälfte der Wohnbevölkerung lediglich mit den Mindeststandards erschlossen wird“. 

Die Einführung neuer Metro- und Expressbuslinien sei gleich auf mehreren Verbindungen zu prüfen: etwa auf der M22 „Kutschi“ – Waidmannslust, dem X22er Waidmannslust – Jungfernheide, auch den Buslinien 124, 125, 221. Bei „von ihrem Fahrgastpotenzial her geeigneten“ Linien könnten die Fahrten so verdichtet werden, dass die Busse montags bis freitags im Zeitraum von 6 bis 20 Uhr über mindestens 13 Stunden sowie samstags im Zeitraum von 9 bis 20 Uhr mindestens acht Stunden lang im 10-Minuten-Rhythmus abfahren.

Ebenfalls um diesen flotteren Takt geht es beim anstehenden zweigleisigen Ausbau der S25 zwischen Schönholz und Tegel bis Mitte der 2020er Jahre – optional auch weiter bis nach Hennigsdorf: „Durch zusätzliche Bahnsteigzugänge, den zusätzlichen S-Bahnhof Borsigwalde und den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe soll zudem die Erschließung entlang der Strecke verbessert werden.“ Über die Reaktivierung der Heidekrautbahn-Stammstrecke und deren mögliche Erweiterung bis Gesundbrunnen berichtete die RAZ zuletzt bereits mehrfach.

Was die für Reinickendorf relevanten U-Bahnen angeht, so soll für die Hauptverkehrszeit auf der U6 ein 3,3-Minutenrhythmus her, ebenso für die U8 südlich des Paracelsusbads. Von dort bis Wittenau dagegen wird wohl alles ungefähr so bleiben wie gehabt. Allerdings steht noch in diesem Jahr der Start einer Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der U8 bis ins Märkische Viertel an.

Gleiches gilt für die U6 ab „Kutschi“ zum, nach dem TXL-Aus, neuen Gelände „Urban Tech Republic“ (UTR) in Tegel. Davon abhängig ist im Übrigen wiederum „eine Realisierung der Teilstrecke UTR – Schumacher Quartier als Straßenbahn“. Hierzu sieht der mittelfristige Netzausbau im Zeitraum 2026 bis 2035 auch einen neuen Betriebshof im Bereich UTR vor, der eine „leistungsfähige tangentiale Verbindung zwischen Reinickendorf und Spandau“ ermöglicht.

Verbesserungen soll es bei der Preisgestaltung geben: Noch 2019 werden wohl Firmen- und Azubi-Tickets günstiger, spätestens 2020  dann ist Bus- und Bahnfahren für Schüler gratis.

Im Internet gibt es den fast 400 Seiten starken Bericht nachzulesen unter https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/oepnv/nahverkehrsplan/de/downloads.shtml

7. März 2019

Grafik von: Sen UVK