Bild: Michael Ahrendt

Politik | Wirtschaft

Pendlerströme nerven die Anwohner weiter

Das Waldseeviertel kommt einfach nicht zur Ruhe – Polizei bestätigt erstes Verkehrsgutachten

Von Redaktion

Hermsdorf – Die Pendler sind ein Dauerreizthema im Waldseeviertel. Das Bezirksamt hat zwar Maßnahmen wie Fahrbahnverengungen und Piktogramme vorgenommen, den Anwohnern reichen sie aber nicht. Ihnen reicht es in anderer Hinsicht: Aus ihrer Sicht muss der Durchgangsverkehr gestoppt werden. 

Schon im vergangenen Jahr hatten sich 15 Anwohner zu einer Bürgerinitiative zusammengetan und insgesamt 34 Stunden lang Kraftfahrzeuge gezählt. Auf Grundlage dieser Verkehrserhebung erstellte der an der Schildower Straße wohnende Mathematik-Professor Michael Ortmann ein erstes Verkehrsgutachten. Befriedigende Konsequenzen sind nach Auffassung der Bürgerinitiative daraus nicht gezogen worden.

Nunmehr hat die Polizeidirektion1 Verkehrserhebungen vorgenommen. Ortmann hat die Messdaten ausgewertet. Auf der Grundlage dieser Verkehrserhebungen mit 77.009 Datensätzen hat er ein zweites, 44-seitiges, Verkehrsgutachten erstellt. 

Die Ergebnisse der polizeilichen Verkehrserhebungen sind konsistent mit der Verkehrszählung der Anwohner vom Juni 2018. Somit sei das erste Gutachten zur Verkehrssituation am Waldsee durch die Messungen der Polizei bestätigt worden. Die Polizeidirektion 1 habe das Bezirksamt Reinickendorf auch bereits im Sommer 2018 informiert, dass sie die Verkehrsanarchie der Pendler im Waldseeviertel durch repressive Maßnahmen nicht in den Griff bekommen könne. 

Fazit: „Das Bezirksamt Reinickendorf ist für die Wohnstraßen des untergeordneten Straßennetzes zuständig und steht somit in der Verantwortung und in der Pflicht, für Verkehrssicherheit zu sorgen, indem der rasende Durchgangsverkehr im Waldseeviertel unterbunden wird.“

4. Oktober 2019