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Soziales | Familie

Schlappe im Kampf für mehr Schulvielfalt

Vorerst kein dritter Standort für eine Oberstufe an Integrierten Sekundarschulen

Von Redaktion

Hermsdorf – Mit Enttäuschung hat die Fraktion der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) auf die ablehnende Haltung von CDU und AfD gegenüber ihrem Vorschlag zur Schaffung einer gemeinsamen Oberstufe an den Integrierten Sekundarschulen „Carl Bosch“ und „Carl Benz“ reagiert. In diesem Bereich sehen die Grünen dringenden Handlungsbedarf, da bei den beiden bislang einzigen Unterrichtshäusern in Reinickendorf, die dieses Schulmodell anbieten – die „Max Beckmann“ und die „Bettina von Arnim“ –, die Nachfrage der Eltern das Angebot der dort verfügbaren Oberstufenplätze derzeit deutlich übersteige.

Hinrich Westerkamp, Fraktionsvorsitzender und schulpolitischer Sprecher der Grünen in Reinickendorf, zeigte sich vor allem darüber verwundert, dass die Christdemokraten sich verweigerten, den Weg für die Kooperation der beiden in Hermsdorf liegenden Schulen freizumachen, der es Jugendlichen leichter machen würde, auf diesem Schulweg zur allgemeinen Hochschulreife zu gelangen: „Die CDU hatte in ihrem eigenen Antrag gefordert, dass jede Reinickendorfer Integrierte Sekundarschule (ISS) ohne Oberstufe eine Kooperation mit einer Reinickendorfer ISS mit Oberstufe zur Aufnahme der MSA-Plus-Schüler in die SEK2 erhält. Demnach hatten wir logisch geschlussfolgert, dass auch die CDU einer weiteren Oberstufe an einer ISS klar zuzustimmen würde.“

Darüber, dass zusätzliche Oberstufenplätze in Reinickendorf benötigt werden, herrsche laut Westerkamp in der BVV zwar Einigkeit. Dass die CDU ihrerseits als Lösung für das Problem des Platzmangels in der Oberstufe an Integrierten Sekundarschulen aber mehr Oberstufenplätze an Gymnasien und Oberstufenzentren anführe, sieht der Grünen-Politiker kritisch: „Die Schulreform hat zum Glück und zu Recht neue Schulkonzepte parallel zum Gymnasium hervorgebracht. Eltern und Schüler*innen entscheiden sich ganz bewusst für ein bestimmtes Schulmodell. Diese Schulvielfalt sollten wir als Bezirksverordnete vertreten!“

5. April 2019