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Projekt „Wir5“ gewinnt Andreas-Höhne-Preis

Der Reinickendorfer Integrationspreis wird nach seinem Initiator umbenannt

Von Christian Horn

Wittenau – Das Projekt „Wir5“, ein Zusammenschluss von fünf Reinickendorfer Unternehmen, hat in der Kür zur Verleihung des Andreas-Höhne-Preises die Auszeichnung gewonnen. Der Reinickendorfer Integrationspreis, der in diesem Jahr zum fünften Mal verliehen wurde, wird jetzt in Würdigung seines Initiators, des verstorbenen Stadtrates Andreas Höhne, nach ihm benannt.

Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen hob in seiner Rede zur Preisverleihung das herausragende Engagement des Kommunalpolitikers für die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung hervor. Andreas Höhne habe immer leidenschaftlich im Kleinen und nahe bei den Menschen mitgestalten wollen. Sein Ziel sei gewesen, die Auswirkungen von Politik schnell und direkt erfahrbar zu machen. Mit seiner Hilfsbereitschaft und seinem Einsatz habe er im Bezirk Maßstäbe gesetzt: „Andreas Höhne war und bleibt ein Vorbild.“

Ein Beispiel, wie sich Unternehmen ganz pragmatisch für die Belange von Flüchtlingen einsetzen können, zeigt die Arbeit der preisgekrönten Projektgruppe „Wir5“. Die Unternehmen Schmitt + Sohn Aufzüge GmbH, Berliner Seilfabrik GmbH & Co, Theodor Bergmann GmbH & Co, C. Witzmann Malerei und die bito AG unterstützen schon seit 2015, dem Jahr der „Flüchtlingskrise“, verschiedene integrative Projekte materiell, personell, finanziell und organisatorisch.

Uwe Borkenhagen, der Niederlassungsleiter von Schmitt & Sohn Aufzüge in Berlin, erzählt, wie die Unternehmen im Engagement bei ersten Flüchtlingsprojekten zusammengekommen waren und sich dann, angetrieben vom gemeinsamen Impuls, hier etwas tun zu müssen, zur Projektgruppe zusammengeschlossen hatten. „Man kann nicht alles anderen übergeben, man muss auch selber etwas machen“, sagt Uwe Borkenhagen. 

Sein Unternehmen habe mittlerweile vier feste Arbeitsplätze an Geflüchtete vergeben können. Dies aber sei nur durch die Teilnahme des Unternehmens an Flüchtlingsprojekten möglich geworden, bei denen Kontakte zu Geflüchteten geknüpft wurden und diese dann zu bezahlten Praktikumsstellen im Betrieb eingeladen wurden. „Die Mitarbeiter sind fleißig und pünktlich und im Team voll akzeptiert“, berichtet Borkenhagen.

Mit dem zweiten Preis wurde das kommunale Wohnungsbauunternehmen GESOBAU AG ausgezeichnet. Das Unternehmen habe sich schon seit Langem mit der Teilnahme an vielfältigen Projekten und Initiativen um gelungene Integration im Bezirk verdient gemacht und zeichne sich vor allem durch seine Bemühungen zur interkulturellen Weiterbildung der Mitarbeiter aus. 

Der dritte Preis ging an die Burchardt Immobilien GmbH im Hermsdorf. Die Eheleute Regina und Ulrich Burchardt waren im Winter 2015/16 mit dem Wunsch, Geflüchtete zu unterstützen, auf das Bezirksamt zugegangen und hatten dann die Wanderausstellung „Heimat-Los“ initiiert, die in Portraits und Erzählungen Geschichten von Geflüchteten 1945 und heute aufzeichnet. Es geht darum transparent zu machen, dass es Flucht immer gab und wesentlicher Teil unserer Geschichte ist. 

22. Dezember 2018

Bild: Christian Horn