Bild: Christiane Flechtner

Soziales | Familie

Wenn es im Alltag nicht alleine geht

Die RAZ im Gespräch mit Cassandra Mohaupt, Mitgründerin von Helferbär

Interview Christiane Flechtner

Bezirk/Berlin – Fenster putzen, Einkaufen oder Staubsaugen – für viele ältere Menschen werden schon kleinste Tätigkeiten zur großen Herausforderung. Doch nun gibt es mit dem Helferbär kompetente Unterstützung. Die RAZ sprach mit Gründerin Cassandra Mohaupt über den neuen Betreuungsdienst.

Seit wann gibt es Helferbär?

Vor zwei Jahren hatte Leonard Winkler – einer der Gründer von Helferbär – Schwierigkeiten, einen geeigneten Betreuungsdienst für seinen Großvater zu finden. Auch die Beantragung des Pflegegrades und die Komplexität der Abrechnung stellten ihn erst einmal vor eine Herausforderung. Er konnte nicht nachvollziehen, dass es bei diesen Problemen so wenig Unterstützung gibt. Also beschloss er, das Thema selbst anzugehen, und suchte kompetente Mitstreiter für einen Betreuungsdienst, der das leistet. Im März 2019 gründete Winkler zusammen mit Alessandro Nobbe und mir Helferbär.

Was hat es damit auf sich?

Helferbär verbindet Generationen und steht für echtes Miteinander. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind junge Menschen, die verantwortungsvoll und engagiert für die Seniorinnen und Senioren da sind. Wir sind der Überzeugung, dass die Grundlage für persönliche Betreuung in Vertrauen und Gemeinsamkeiten liegen. Deshalb berücksichtigen wir bei der Wahl des passenden Alltagshelfers neben persönlichen Wünschen und Ansprüchen ebenfalls die individuellen Interessen.

Wer steckt dahinter? 

Wir sind ein dreiköpfiges Gründerteam, bestehend aus Studenten. Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zu einem großen Teil Studenten. Zum Team gehört auch eine ausgebildete Krankenschwester. Alexandra von Manteufel arbeitet schon seit Jahrzehnten in diesem Bereich. Sie unterstützt uns optimal mit ihren Erfahrungen.

Was bieten Sie an?

Wenn Sie merken, dass ihnen die Einkäufe schwerfallen oder sie sich nicht mehr sicher fühlen, wenn sie auf die Leiter steigen, können sie einen Termin mit uns vereinbaren. Bei diesem ersten persönlichen Treffen informieren wir die Interessierten kostenlos zum Thema Pflege und Betreuung und beraten sie individuell. Wir zeigen Möglichkeiten für eine optimale Unterstützung auf und kümmern uns um die Beantragung eines Pflegegrades. Dann können die Seniorinnen und Senioren sich die Unterstützung ins Haus holen, die sie sich wünschen. Das können zum Beispiel Dienstleistungen wie Wäsche waschen, Hilfe beim Putzen oder Einkaufen sein oder auch eine Begleitung zum Arzt. – Unser Anliegen ist es, das Leben von Seniorinnen und Senioren zu erleichtern.

Was kostet das? Wie zahlen das die Senioren?

Durch den Pflegegrad ist es möglich, unsere Leistungen vollständig über die Pflegekasse abzurechnen. Die Beantragung sowie die Abrechnung mit der Pflegekasse übernehmen wir. So können wir die Seniorinnen und Senioren oder ihre Angehörigen auch in dieser Hinsicht entlasten.

Ihr Schwerpunkt liegt in Reinickendorf. Warum?

Zwei von uns Gründungsmitgliedern sind hier in Reinickendorf groß geworden. Das ist ein Stück Heimat für sie, hier kennen sie sich besonders gut aus. Der Bezirk bietet mit seinen vielen Grünflächen, Kultur- und Erholungsangeboten einen ansprechenden Lebensmittelpunkt sowohl für junge Familien, als auch für Menschen die hier ihren Lebensabend verbringen wollen. Zudem haben wir hier unseren ersten Klienten gewonnen. Weitere Infos gibt es übrigens im Internet unter www.helferbaer.de 

Vielen Dank fürs Gespräch.

25. August 2019