Sport & Vereine

Rot und Weiß unterm Borsigturm

FC Polonia feierte 100 Jahre Unabhängigkeit Polens mit einem großen Turnier

Von Bernd Karkossa

Rot und Weiß sind die vorherrschenden Farben am Samstag vor Pfingsten auf dem Sportgelände gegenüber den Borsighallen in Tegel. Mit Bayern München hat das am Tag des DFB-Pokalfinales aber herzlich wenig zu tun. Es sind die Nationalfarben Polens, Polnisch ist die erste Sprache. Der FC Polonia Berlin richtet hier ein großes Turnier aus. Anlass ist das 100. Jubiläum der Unabhängigkeit des polnischen Staates nach 123 Jahren der Teilung durch Preußen, Russland und Österreich-Ungarn. Das wird in Polen zwar erst am 11. November, dem Nationalfeiertag, groß gefeiert, aber die Kicker des FC Polonia, die sind eben schon früher dran.

Der Grillmeister ist im Dauereinsatz, der Zapfhahn läuft auf Hochtouren. Rafal Kwak, der Vorsitzende des FC Polonia Berlin, ist ein gefragter Mann, gibt ein Interview nach dem nächsten, für Pepe TV oder TV Polonia. Und auch der RAZ steht er Rede und Antwort. „Es ist unser erstes Turnier, und dann gleich eines dieser Größenordnung“, stöhnt Rafal Kwak. „Wir haben alle Hände voll zu tun.“

Während er spricht, rollt auf zwei Kleinfeldern der Ball. Auf dem einen stehen sich Polonia Berlin II und Polonia Essen gegenüber, auf dem anderen spielen parallel dazu Polonia Hagen und die DJK SC Polonia Hannover. Zehn Männermannschaften kämpfen in zwei Gruppen um den Gruppensieg, die jeweils ersten beiden erreichen das Halbfinale. Turniersieger wird am Ende die 1. Mannschaft des Gastgebers mit einem 1:0-Finalsieg gegen Polonia Essen, Rang drei geht an Zryw Kolbaskowo aus Polen vor Polonia Dortmund. Das Turnier war eines von drei Qualifikationsturnieren. „Wir richten dieses Jahr eine Meisterschaft für polnische Vereine in Deutschland aus“, sagt Piotr Sowada, der aus München angereist ist und das Turnier für den süddeutschen Raum am 10. Juni in Fürstenfeldbruck nahe München organisiert. Am 30. Juni steigt das Turnier für den westdeutschen Raum in Bottrop im Ruhrgebiet. Und Ende August wird dann der Gesamtsieger gekürt.

Die Spieler der aus weiterer Entfernung angereisten Vereine wurden in Hotels in ganz Berlin untergebracht. Gar nicht so einfach, noch ein Zimmer zu finden bei der Vielzahl an Veranstaltungen in der Hauptstadt wie etwa dem DFB-Pokal oder dem Karneval der Kulturen in Kreuzberg.

Bereits am Vormittag fanden zwei Turniere für E- und F-Jugendteams statt. In der F-Jugend setzte sich der BSC Reinickendorf vor dem SC Siemensstadt durch, Polonia Berlin belegt Rang vier unter sechs Mannschaften. In der E-Jugend gingen fünf Mannschaften an den Start, hier siegte der FC Brandenburg 03  und verwies Kolbaskowo, Pogon Skwierzyna, Polonia Berlin und Stern Britz auf die nächsten Plätze.

Die Männer des FC Polonia Berlin setzten mit dem Turniersieg in Tegel der bisherigen Saison ein weiteres Glanzlicht auf. Den Aufstieg in die Kreisliga B haben sie bereits in der Tasche, an den letzten drei Spieltagen in der Kreisliga C will der Tabellenführer nun noch die Meisterschaft perfekt machen. Das nächste Heimspiel findet am Sonntag, 3. Juni, um 14.30 Uhr im Borsigpark gegen den Tabellendritten SG Prenzlauer Berg II statt.  

30. Mai 2018

Foto: Bernd Karkossa