Panorama

Das „Stunt-Hörnchen“ aus Hermsdorf

Ein RAZ-Leser freut sich jedes Jahr über putzmunteren Dachgarten-Besucher

Redaktion

Hermsdorf – Ihre neue Zeitungsprominenz haben einige Hermsdorfer Eichhörnchen eigentlich Facebook zu verdanken. Leser Tobias Mandelartz postete dort neulich niedliche Fotos der puscheligen Winzlinge per Gastbeitrag: „Nach längerer Zeit hat uns unser #stunthörnchen endlich mal wieder besucht! Es sah gesund und putzmunter aus, wie schön!“ 

Die Bilder gefielen der Redaktion wiederum so gut, dass sie mehr über die ganze Geschichte in Erfahrung bringen wollte… Schon seit Jahren kommen demnach regelmäßig Eichhörnchen zu Besuch auf die Dachterrasse von Tobias Mandelartz am Hermsdorfer Damm. Sie springen dabei von einer Buche hinter dem Haus etwa zwei Meter bis auf die umlaufende Brüstung, beschreibt er. 

„Entweder sie naschen vom Vogelfutter oder sie finden ein paar Nüsse, die wir immer für sie bereithalten. Etwa die Hälfte der Walnüsse wird allerdings sofort irgendwo bei uns im Garten verbuddelt. Da die Eichhörnchen nun nicht die Allerhellsten sind, vergessen sie oft, wo sie sie versteckt haben. Und wenn wir nicht aufpassen würden, hätte sich der Garten mittlerweile wohl in eine Walnussbaumplantage verwandelt!“ Immer wieder müssten kleine Bäume leider aus dem Boden geholt werden, um sie hinter dem Haus im Tegeler Forst auch wieder einzupflanzen. 

Ein bei Facebook von Mandelartz als „Stunt-Hörnchen“ bezeichnetes Exemplar ist relativ zutraulich, aber nicht handzahm, berichtet er: „Wir haben auch einen speziellen Lockruf. Sehen wir die Eichhörnchen hinter dem Haus, dann klackern wir mit zwei Walnüssen in der Hand. Das Geräusch elektrisiert sie sofort und schon kurze Zeit später sausen sie bei uns durch den Dachgarten.“

PS: Wie gut, dass das Hörnchen nicht in London lebt, denn dort landen die putzigen Tierchen im Kochtopf. Und die Nachfrage steigt. Aber: Rothörnchen, wie der Hermsdorfer Nager, stehen auch in London nicht auf der Speisekarte. Auf der Abschussliste stehen die  aus Nordamerika stammenden Grauhörnchen.


11. März 2019

Bild: Tobias Mandelartz