Kultur & Freizeit

Premiere für die Allzeitposse

Volkshochschüler geben die „Pension Schöller“ im Atrium am Senftenberger Ring

Von Harald Dudel

Über diese Posse haben schon unsere Urgroßeltern gelacht: Gutsbesitzer Klapproth will zum Spaß eine echte Irrenanstalt von innen erleben – und Neffe Alfred soll‘s organisieren. Der führt seinen Onkel in die Pension Schöller mit ihren exzentrisch-skurrilen Gästen. Klapproth hält die anderen für Irre und amüsiert sich prima. Bis sich die vermeintlichen Irren zu einem Gegenbesuch auf dem Gut aufmachen … Das Boulevardstück wird von einer Theatergruppe der Volkshochschule (VHS) Reinickendorf unter Profi-Theatermann Hardy Kistner wiederaufgeführt. 


Herr Kistner, worin besteht das Besondere Ihrer Inszenierung?

Pension Schöller lebt vom Spielspaß. Wenn die Akteure es schaffen, das Stück mit Spaß über die Bühne zu bringen, dann werden auch die Zuschauer Spaß haben. 


Wieviel Vorarbeit steckt drin?

Wir hatten bisher 30 Treffen. 


Worauf kommt’s an?

Auch – und vielleicht gerade – bei einem Boulevardstück müssen das Timing und die Gags stimmen. Und es braucht eine gewisse Tiefe, damit‘s nicht zu platt wird. Das haben wir hoffentlich herausgearbeitet.


Worin bestand die besondere Herausforderung?

Die besondere Herausforderung bestand darin, dass wir uns nur einmal die Woche treffen konnten. Denn meine Darsteller gehen ja alle ihren normalen Alltagsjobs nach.


Gibt es Ersatz-Darsteller für den Fall der Fälle? 

Nein, jede Rolle ist nur einmal besetzt. Wie am großen Theater gilt nur der eigene Tod als Entschuldigung dafür, wenn man nicht auftritt. Im aller aller-, aller schlimmsten Fall würde ich einspringen oder die Rolle wird gelesen. Wie auch immer: Der Lappen geht am 9. Juni hoch. –


Wie haben Sie Ihre Truppe zusammen bekommen?

Ich bin davon ausgegangen, dass die Teilnehmer sich scharenweise anmelden, Wir hatten aber bis zum Schluss Schwierigkeiten, die Person des Herrn Schöller zu besetzen. Mit Balthasar Spring aus dem Labsaal ist uns jedoch ein echter Glücksgriff gelungen.

  

Mussten Sie denn im Regiebuch viele Streichungen vornehmen?

Nö. Viel Interessanter sind in dieser Hinsicht die Textbücher der Schauspieler mit ihren vielfältigen Anmerkungen zu Tempo, Bewegung und Ausdruck. Der Text ist ja „nur“ Literatur. Wir erwecken sie mit vielfältigen Emotionen zum Leben. Und darin sehe ich auch meine Aufgabe als Regisseur.


Wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen toi, toi, toi zur Aufführung.

30. Mai 2018

Foto: Harald Dudel