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Die Zeit des Abschieds ist gekommen

Spreefüxxe verlieren letztes Saisonspiel – Trainer Christian Schücke nimmt seinen Hut

Von Bernd Karkossa

Den Auftritt ließ sich nicht einmal Bob Hanning entgehen. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin kreuzte am vergangenen Samstag in der Sporthalle Charlottenburg auf und stattete gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Katrin Krabbe-Zimmermann den Frauen des Vereins bei ihrem letzten Saisonspiel in der 2. Bundesliga einen Besuch ab. Hanning herzte seine „Amtskollegin“ Britta Lorenz, die Managerin der Spreefüxxe, und nahm Platz auf der dünn besetzten Tribüne. Nur 227 Zuschauer wollten die Partie gegen die FSG Waiblingen-Korb sehen. Und diejenigen, die gekommen waren, haben sicher schon bessere Vorstellungen der Spreefüxxe gesehen, die das Spiel mit 27:30 verloren. Damit endete die Saison mit 27:29 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz, einen Rang hinter dem Gegner aus der Nähe von Stuttgart. 

Die Ausfälle von Anna Blödorn, die für ein Vierteljahr in Kanada weilt, Anna Eber, die einen Kreuzbandriss auskuriert und das Spiel auf der Tribüne mit Mann und Kind verfolgte, und auch Laura Sposato konnte die Mannschaft nicht kompensieren. Die Mannschaft von Christian Schücke hatte sich eine Menge vorgenommen, wollte unbedingt das 19:29 aus dem Hinspiel korrigieren. Man ging zwar mit 1:0 und 2:1 in Führung, lief dann aber ständig einem Rückstand hinterher. Zur Halbzeit führten die Gäste mit 15:13.

Gleich nach Wiederbeginn hatten die Spreefüxxe ihre beste Phase. Waiblingen erhöhte zwar auf 16:13, aber dann kamen die Berlinerinnen. Mit einem Sechs-Tore-Lauf drehten sie das Spiel, führten 19:16, dann sogar 21:17. Aber sie gaben das Spiel noch aus der Hand. Spätestens, als zwei Minuten vor Schluss Kyra Texeira da Silva einen Siebenmeter zum 29:26 für Waiblingen versenkte, war das Spiel gelaufen. Besonders Monika Odrowska, die zehn Tore erzielte bekamen die Spreefüxxe nie in den Griff, beste Werferin für die Berlinerinnen war Bianca Trumpf (7/3).

Die „Team-Omi“, wie sie intern genannt wird, machte ihr letztes Spiel für ihren Verein, dem sie sich schon 1992 angeschlossen hatte. Sie wurde ebenso feierlich verabschiedet wie vier weitere Spielerinnen. Sarina Neuendorf wird Mama und hängt die Handballschuhe an den Nagel, Steffi de Beer macht das wegen Knieproblemen. Ria Estermann geht zurück in die Schweiz, Anne Weier zum Frankfurter HC. Und auch Trainer Schücke hört auf. Beruf und Trainer in der 2. Bundesliga unter einen Hut zu bringen – das war ihm auf Dauer zuviel. 

30. Mai 2018

Foto: Bernd Karkossa