Freizeit

Eiland im Havelstrom

Nach Valentinswerder am Tag des offenen Denkmals

von Daniele Schütz-Diener

„Es lässt sich nicht mehr genau feststellen, wie der Werder zu seinem Namen Valentin kam“, begann Helga Haberkern die Führung am 9. September – am Tag des offenen Denkmals. 

„Der Überlieferung nach sollte hier zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Einsiedler namens Valentin gelebt haben“, erklärt die Frau des Urenkels Paul Haberkerns, der als Bauunternehmer 1874 die Insel erwarb. Die Insel war ursprünglich baum- und strauchlos, doch Haberkern ließ sie parkartig anlegen mit einem Rondell in der Mitte und vier sternförmig abgehenden Baumalleen. In einem alten, eisernen Gartenpavillon, den die Gärtner der Insel regelmäßig freischneiden müssen, konnten die Besucher den historischen Geschichten bei Kaffee und Bremer Butterkuchen lauschen, denn Helga Haberkern lebt seit vielen Jahren mit ihrem Mann in Bremen und versucht von dort einiges an Kunst auf die Insel zu bringen. Somit stehen hier die Skulptur „Charly“ von Prof. Jürgen Goertz als Leihgabe von Antek Schreckenberg aus Bremen und zwei weitere Figuren einer Künstlerin. Der Rundgang führt vorbei an wunderschönen alten Häusern, die auf einigen der rund 150 meist mehr als 500 Quadratmetern großen Pachteinheiten stehen. Auch hat der Segel Club Frithjof-Haveleck e.V. seit 1904 hier seinen Standort. 

Die Führung beendet sie am Fähranleger mit dem Gedicht von Carl Unfug von 1901: „Ich kenn ein Eiland, wunderbar, im blauen Havelstrom …“

8. Oktober 2018

Foto: Daniele Schütz-Diener