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Waldseeviertel: Verkehr sorgt für schlechte Laune

Bauarbeiten in Glienicke belasten die Lage zusätzlich – Temporäre Einbahnstraßen sollen Abhilfe schaffen

Von Redaktion

Hermsdorf – Für Zündstoff ist im Waldseeviertel weiter gut gesorgt. Anwohner wünschen sich einen stärkeren Schutz, Pendler aus Oberhavel fordern mehr Toleranz. Die monatelangen Bauarbeiten auf der Hauptstraße in Glienicke haben die Situation jetzt noch verschärft: Die ausgewiesene Umleitung stellt einen großen Umweg dar und wird nicht ausreichend beachtet. Auf der Grundlage der umfassenden Verkehrserhebungen der Polizeidirektion 1 sowie aktueller Zählungen der Anwohner hat Professor Michael Ortmann von der Bürgerinitiative zur Verkehrsberuhigung in der Schildower Straße hochgerechnet, dass an Werktagen zurzeit etwa 7.500 motorisierte Kraftfahrzeuge am Waldsee entlangfahren. Das sind etwa 1.100 Fahrten pro Tag mehr als sonst üblich. 

In diesem Zusammenhang macht er auf die neuen Maßnahmen der Verkehrsstadträtin Katrin Schultze-Berndt aufmerksam. Mit den kleinen Piktogrammen auf der Straße wird wohl eine ganz neue Strategie zur Verkehrsverlangsamung verfolgt: Man muss anhalten, aussteigen und sich darüber beugen, um zu erkennen, was denn da auf die Straße gemalt ist. Dann erst sieht man, dass mit Tempo 30 gefahren soll.

Marvin Schulz, Vorsitzender der Jungen Union Reinickendorf und stellvertretender Vorsitzender der CDU Hermsdorf, fordert eine zügige Evaluation der bisherigen Maßnahmen durch die Verkehrsstadträtin. Als nächster Schritt sind dann temporäre Einbahnstraßen an der Landesgrenze im Gespräch, die, sollte der Erfolg der bisherigen Maßnahmen ausbleiben, sobald wie möglich kommen müssen: Von 0  bis 12 Uhr dürfen motorisierte Kraftfahrzeuge am Ortsausgang nur in Richtung Glienicke fahren; von 12 bis 24 ist dort nur die Fahrtrichtung nach Berlin erlaubt. Wenn auch diese Maßnahmen keine Abhilfe bringen, dann soll das Waldseeviertel zur Sackgasse werden, wünscht sich Schulz.

5. September 2019