umwelt

Müll-Detektive unterwegs in Tegel-Süd

Die Initiative „Die Aufheber“ und die Schüler der Alfred-Brehm-Grundschule auf Müll-Spurenlese

Von Melanie von Orlow

Anerkennend hebt der Handwerker, der gerade vor dem kleinen Supermarkt am Emstaler Platz an der Schranke werkelt, den Daumen: „Prima!“ findet er die kleine Truppe aus fünf Schülerinnen und Schülern, die mit Feuereifer Verpackungen, Zigarettenstummel und anderen Unrat von Wegen, aus Gebüschen und rund um überquellende Mülleimer klauben. Dabei war die Reaktion der Elternschaft der Alfred-Brehm-Grundschule durchaus gemischt, als das Projekt vorgestellt wurde. So war es einigen Eltern „peinlich“, dass ihr Kind beim Aufsammeln von Müll fotografiert werden könnte und versagten aus diesem Grund die Fotografieerlaubnis. Genau gegen diese Scham möchte die Initiative „Die Aufheber“ angehen und ruft daher dazu auf, dass sich jeder für das Problem verantwortlich fühlt. Jeder sollte täglich drei Stück Unrat auf den täglichen Wegen aufheben, um ihn ordnungsgemäß zu entsorgen – und das so selbstverständlich und normal wie das tägliche Zähneputzen. Damit sich das Bewusstsein für das wachsende Müllproblem schon früh bildet, hat die Initiative nun als erstes größeres Projekt die Alfred-Brehm-Grundschule angesprochen.

Mit Unterstützung der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag und der Aktion „Kehrenbürger“ der Berliner Stadtreinigung (BSR) wurden die Schüler der Klasse 5b für die Müllsuche ordentlich ausgestattet. Von der BSR gab es Zangen, Müllsäcke und auch für Kinderhände passende Handschuhe, und die Gewobag spendierte die passenden T-Shirts mit dem Logo der „Aufheber“.

Jede der fünfköpfigen Gruppe füllte ihren 65-Liter Müllsack binnen 45 Minuten mit Unrat, und die Fundstücke führten am Ende zu regen Diskussionen in der Klasse. Während ein Kondom für Belustigung sorgte, bildeten Verpackungen, darunter allein acht gefundene „Capri Sonne“-Getränkeverpackungen, sowie Unmengen an Zigarettenkippen den Hauptanteil in der Müllbilanz. Für die Kinder war das Ende des zweistündigen Projektes noch lange nicht das Ende des Problems – Briefe an die Regierung müsse man schreiben, und die Idee eines bei YouTube hochzuladenden Videos fand lebhafte Unterstützung.

Als Dankeschön gab es für die Kinder eine Urkunde und das T-Shirt mit „Mülltrinchen“, dem stets hungrigen Mülleimer und Maskottchen der „Aufheber“, zum Geschenk sowie für alle etwas weniger Müll auf den Straßen in Tegel-Süd. Weitere Informationen zur Initiative stehen im Netz unter: www.aufheber.de 

Foto: Initiative „Die Aufheber“

26. November 2018