Soziales & Familie

„Hau rein“ bei den Musischen Tagen

Ausstellung rund um das Thema „Essen“ ist bis zum 18. Mai zu sehen

Von Christiane Flechtner

Märkisches Viertel – Kunst und Essen? Dass diese beiden Komponenten gut zusammenpassen, beweisen die Künstlerischen Werkstätten, die Anfang März im Rahmen der diesjährigen Musischen Tage in der Jugendkunstschule Atrium stattfanden. Was die 160 Reinickendorfer Schülerinnen und Schüler der 4. bis 9. Klassen in den insgesamt zehn verschiedenen Werkstätten kreiert haben, wurde dann am 13. März in einer Präsentation feierlich vorgestellt. 

Ob experimentelles Zeichnen mit Kaffee mit Kunstlehrerin Kirsten Schwarz, bei dem Kleckern definitiv erwünscht war, oder die Theaterwerkstatt „Hau rein“ von Schauspielerin Jelena Fräntzel, bei der es um das Geschichten-Erzählen mit dem ganzen Körper, der Stimme und vielen Requisiten rund ums Essen ging – die Schülerinnen und Schüler waren mit Feuereifer bei der Sache. Ebenso begeistert waren sie vom Street Art und Graffiti-Workshop „Soul Food”, bei dem Street Art mit dem Künstler Thomas Panter quasi „durch den Mixer“ betrachtet werden konnte.

Das umfangreiche Projekt wurde – wie auch in den vergangenen Jahren – wieder von Claudia Güttner auf die Beine gestellt. Doch durch die Reduzierung ihrer Stundenzahl von vier auf zwei Stunden (die RAZ berichtete) musste die engagierte Lehrerin und Leiterin der Jugendkunstschule die Reißleine ziehen und die Zahl der Künstlerischen Werkstätten in diesem Jahr deutlich reduzieren. „Wir konnten in diesem Jahr nur zehn statt 18 Werkstätten durchführen und auch nur 160 Schülerinnen und Schüler für das Projekt zusagen“, erklärt sie. „So mussten wir 130 Absagen verschicken – also konnte fast die Hälfte der interessierten Jugendlichen nicht dabei sein“, sagt sie. „Das fiel mir sehr schwer, aber es war die einzige Möglichkeit für mich, dieses Projekt überhaupt stemmen zu können“, fügt sie hinzu. Stadtrat Tobias Dollase betonte in seiner Rede bei der Präsentation am 13. März die Bedeutung dieses Projekts. Er bezeichnete es als eines der „Aushängeschilder Reinickendorfs kultureller Bildungsarbeit“ und erklärte zudem: „Als Bezirk wollen wir ein Zeichen für die Bedeutung des Musik- und Kunst­unterrichts setzen.“

Er dankte den Verantwortlichen im Atrium und allen Mitwirkenden dafür, dass es ihnen jedes Jahr gelinge, in einer von sozialen Medien dominierten Freizeit talentierte Jungen und Mädchen für Kunst zu begeistern und sie zu motivieren, im Rahmen der Kunstwerkstätten vielfältige Möglichkeiten, Ausdrucks- und Gestaltungsinteressen zu verwirklichen.

Der Erfolg gibt allen Beteiligten recht, dass es sich bei den künstlerischen Werkstätten um ein wirklich besonderes Projekt handelt, das weiter Bestand haben sollte. 

„Ich würde mich über eine Aufstockung der mir zur Verfügung stehenden Stunden sehr freuen, um im nächsten Jahr nicht mehr so vielen interessierten Jugendlichen eine Absage erteilen zu müssen“, fügt Güttner abschließend hinzu.

Die Ausstellung ist bis Freitag, 18. Mai, jeweils montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr im Atrium am  Senftenberger Ring 97 zu sehen. 

28. März 2018

Foto: Christiane Flechtner