Politik & Wirtschaft

Der schlaue Fuchs passt auf

CDU diskutiert über eine Notfall-App für den Kiez

von Karsten Schmidt

Ein neues Notrufsystem wurde am 29. August im Café am See in der Residenzstraße vorgestellt. Der CDU-Ortsverband Am Schäfersee lud im Rahmen eines Stammtisches zu einer Informationsveranstaltung, bei der das Thema Sicherheit im Vordergrund stand. Wer hilft heute im Anblick von Gewalt, wer schreitet noch ein? Wie kann man kriminelle Taten verhindern, Zivilcourage zeigen, ohne selbst Opfer zu werden? Dies waren die zentralen Fragen, welche etliche Bürger aus dem Resi-Kiez auf der Veranstaltung stellten. 

Eine mögliche Antwort lieferte Andreas Muchow, Geschäftsführer der Berliner App-Sec-Network Unternehmensgesellschaft. Er präsentierte den Teilnehmern eine Anwendung für Smartphones und Tablets, die im Notfall schnelle Hilfe bringen soll. Sie nennt sich „HandHelp“ und ist direkt mit den Notrufstellen von Polizei und Feuerwehr verbunden. „Es passiert mit einem stillen Alarm“, berichtete Muchow. Die fünf entscheidenden Fragen im Ernstfall „Wer, wann, wo, was, wie?“ würden automatisch übermittelt. Ein weiterer Vorteil: Warteschleifen in den Telefonnotrufzentralen gehörten dann der Vergangenheit an, versprach er. Auch fünf vorab regis-trierte Vertrauenspersonen erhielten automatisch eine Meldung, ließ der Sicherheitsexperte durchblicken. Es sei zudem ohne Sprach- und Ortskenntnisse zu bedienen, also auch für Touristen geeignet. „Wir reden viel über Gewaltprävention, aber was machen wir?“, fragte der Redner in die Runde. Man müsse endlich handeln, nicht nur reden, appellierte Muchow.

Einen nicht unwichtigen Aspekt der App stelle darüber hinaus die Barrierefreiheit dar. Gehörlose, Blinde, Sprachgestörte oder anderweitig behinderte Menschen hätten die Möglichkeit eines unkomplizierten Notrufes. Hierfür würden Hilfsmittel angeboten, etwa Notrufknöpfe in Form von Chips, Armbändern oder Uhren. Daher gebe es eine enge Kooperation mit dem Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen Berlin und Brandenburg, dessen Vorstandsmitglieder Uwe Schönfeld und Steffen Helbing an dem Stammtisch teilnahmen.

Der Ortsverbandsvorsitzende Burkard Dregger hörte interessiert zu. Der Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus und Sicherheitsexperte seiner Partei möchte das Projekt weiterverfolgen. Ein Pilotprojekt rund um das Areal Residenzstraße käme in Betracht, wäre auch gerade für Geschäftsinhaber interessant, ließ er durchblicken. Sicherheit sei ein wichtiges Thema im Kiez. „Es trifft auf ein großes emotionales Bedürfnis“, meinte Dregger. Einen möglichen Namen gibt es auch schon: „Der schlaue Fuchs passt auf!“ könnte das Leitmotiv werden. 

11. September 2018

Foto: Karsten Schmidt