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Soziales | Familie

Ort der Stille und Begegnung

Eröffnung des Philosophiegartens am Campus-Hannah-Höch

Von Daniele SchützeDiener

Märkisches Viertel – „Unsere Schule ist so laut, dass man nicht mal Bücher lesen kann,“ beginnt der Zehntklässler Abdulrahman Al-Seddig mit seiner Mitschülerin Amni am 14. Mai die Moderation zur Philosophiegarteneröffnung der Gemeinschaftsschule Campus-Hannah-Höch. 

Auf Initiative der Schüler wurden innerhalb eines Jahres Ideen zur Umgestaltung des Innenhofes gesammelt, die ihn zu einem Ort der Ruhe verwandeln sollten. Ende 2017 wurde Ines Fischer vom Bundesverband Grüne Liga e.V. um Mithilfe angefragt: „Aufgrund der vielen tollen Einfälle der Schüler war dann klar, dass wir jemand mit handwerklichem Geschick brauchen.“ Somit kam der Steinmetz Toralf Jaeckel mit ins Team, der einen wunderschönen plätschernden Brunnen erschuf. Ebenso konstruierte er eine im Sommer Schatten spendende Pergola mit vielen Pflanzen und Blumen. 

Doch bevor das geladene Publikum aus Politik, Bezirks­amt und von den Kooperationspartnern den Garten bewundern konnte, gestalteten Schüler verschiedener Nationen und Religionen die Eröffnungsfeier einfallsreich mit philosophischem Bezug zu Sokrates und Aristoteles. Zusätzlich vorgetragen wurden Gedichte aus dem populärsten Prosawerk der persischen Literatur, dem Golestan, was übersetzt Rosengarten heißt. Diese Werke wurden größtenteils in der vom Träger Aufwind initiierten Freitagsnachmittagsgruppe erarbeitet. „Das ist so eine Art Mucki-Bude für das Gehirn“, beschreibt die ehemalige Spandauer Jugend-Bibliotheksleiterin Gisela Rhein ihre Arbeit mit lebensphilosophischen Themen. 

Mit großem Engagement begleitete der Leiter der Schulsozialarbeit Mahdi Saleh das Gartenprojekt gemeinsam mit engagierten Partnern, „Grün macht Schule“ und dem lokalen Bildungsverbund im Märkischen Viertel. „Ich bin beeindruckt, was Schüler hier entwickelt und mit verschiedenen Partnern gemeinsam realisiert haben. Und dafür möchte ich Danke sagen“, sagte Bezirksstadtrat Tobias Dollase, bevor er das rote Band zur Eröffnung des Gartens zerschneiden durfte. „Wir müssen viel mehr solcher Projekte im Bezirk verankern, damit Schüler ihre Potentiale frei entfalten können.“

2. Juni 2019