Lars Motza mit seinem Zertifikat und dem Guinness-Buch der Rekorde, das natürlich kleiner ist als seine Riesenlatschen (Bild: Daniele Schütz-Diener)

Panorama

Schuhgröße 57: Leben auf sehr großem Fuß

Der 16-jährige Lars Motza ist mit seinen „Quadratlatschen“ neuer Guinness-Weltrekordhalter

Von Daniele Schütz-Diener

Hermsdorf – „Mit diesen Riesen-Flossen muss man doch etwas anfangen können“, dachte sich Frank Motza, als die Füße seines Sohnes Lars nicht aufhörten zu wachsen. Schon ab Schuhgrößen ab 50 aufwärts gab es für den knapp 17-Jährigen nur eine geringe Auswahl in den Spezialschuhgeschäften. Mittlerweile kann der über zwei Meter große Teenager nur noch maßgefertigte Schuhe tragen, da es keine Schuhe in Größe 57 gibt. „Nach einem Blick ins Guinness-Buch der Rekorde war klar, den aktuellen Rekord kann Lars brechen“, berichtet Frank Motza weiter, der immerhin Schuhgröße 50 trägt.

Für den Eintrag mussten die Füße von einer Ärztin mehrmals gemessen werden, und so ist er jetzt mit einem 35,05 Zentimeter langen linken Fuß und einem 0,07 Zentimeter kürzeren rechten Fuß Rekordhalter. „In der U-Bahn hat ein Mädchen heimlich meinen und ihren Fuß fotografiert, ohne etwas zu sagen und ist dann ausgestiegen“, erzählt der Hermsdorfer Tischler-Azubi eine von vielen kuriosen Erlebnissen. Aufgrund seiner Körpergröße von 2,05 Metern sprechen ihn die Leute immer an, ob er denn Basketball spiele. Doch dass er ein Sportmuffel ist, liege nicht daran, dass er auch keine Sportschuhe im Laden bekommt.

Stattdessen liebt er die Natur und das Pfadfinder-Leben von klein auf. „Vielleicht kommt jetzt mit dem Eintrag ins Guinness-Buch und dem entsprechenden Presserummel ein Sponsor oder eine werbewirksame Idee für Lars‘ Schuhgrößenproblem“, hofft die Familie, denn die Maßanfertigungen der Schuhe kosten immer zwischen 1.200 und 1.800 Euro. So besitzt Lars nur fünf Paar schwarze, maßgeschneiderte Schuhe: Haus-, Wander-, Arbeits-, Halb- und Winterschuhe. Keine trendigen Sportschuhe – und Gummistiefel oder Schlittschuhe hat er natürlich auch nicht. 

„Nach einem Antragsmarathon haben wir es irgendwann geschafft, dass die Krankenkasse alle zwei Jahre die Anfertigungskosten von einem Paar und einem Wechselpaar übernimmt“, berichtet Mutter Anke Motza. „Das passiert aber nur, weil es keine Schuhe gibt, in denen er Einlagen tragen kann.“ Als er klein war, wurde er oft überschätzt, da er aufgrund seiner Körpergröße immer älter geschätzt wurde. „Ansonsten bin ich ein ganz normaler Jugendlicher, der gerne Flugzeuge beobachtet“, erzählt Lars von seinem großen Hobby. Aufgrund eines Schülerpraktikums an der Katholischen Schule Salvator stand sein handwerklicher Berufswunsch mit Holz schnell fest. Vielleicht kann er dann nach der Ausbildung wenigstens seine Möbel selbst anfertigen.

Lars Motza besitzt nur fünf Paar schwarze, maßgefertigte Schuhe (Bild: Daniele Schütz-Diener)

29. September 2019