Kultur & Freizeit

Worte für den Eros finden

VHS-Kurs „Erotisch schreiben“ – Knisterfaktor inklusive

Von du

 Seit den beeindruckenden Kommerz-Erfolgen der Schmachto-Sachto-Schmöker à la „Shades of Grey“ sind sie aus keiner Buchhandlung mehr wegzudenken: die Tische mit der erotischen Literatur. Aber wie bringe ich als Autor erotischer Inhalte die Luft beim Leser zum Knistern? Und wie blamiere ich mich bei den Beschreibungen nicht bis auf die Knochen? Das alles können Reinickendorfer bei Literatur-Coach Claudia Johanne Bauer lernen. Ihr Kurs gibt Autoren Gelegenheit, erotische Inhalte zielsicherer zu formulieren. Lesen Sie hier das Dozentinnen-Interview von Harald Dudel.


Frau Bauer, warum bieten Sie diesen Kurs an?

In erster Linie, weil er immer wieder Spaß macht – und Schreiben soll Spaß machen! 

 

Was befähigt Sie zur Literatur-Dozentin sowie als Schreib-Coach?

Studium der Germanistik, später dann die amerikanische Methode des „creative writing, die  literarisches Schreiben als lernbares Handwerk betrachtet. Lange davor die Teilnahme an einem fortlaufenden „Jung­Schriftsteller-Kurs“, der dazu führte, dass ich schon mit 15 meinen ersten Roman („Liebe Eltern, 1.000 Dank ...“) als Fischer Taschenbuch veröffentlichen konnte.


Wie sind Sie auf „erotisch schreiben“ gekommen?

Das Thema wurde von Kurs­teilnehmern meiner „Writers-Coachings“ als zusätzlicher Wochenend-Workshop gewünscht. Dieser Wunsch taucht bis heute bei meinen fortlaufenden Wochenkursen immer wieder auf. 


Mit welchen Bedürfnissen kommen die Teilnehmer?

Erfahrungen austauschen, Wirkungen austesten, mal „in die Breite schauen“, was es so gibt. Außerdem natürlich: selber üben und Unsicherheiten abbauen.


Sie haben den Kurs schon einige Male gegeben; was sind Ihre bisherigen Erfahrungen?

Der Kurs macht allen immer viel Spaß und bringt auch wirklich etwas für künftige Schreibprojekte.


Knistert es auch manchmal bei Ihnen im Kurs?

Es knistert tatsächlich, wenn Übungstexte so gut geschrieben sind, dass der Funke überspringt.

Kleine Praxisfrage: Wo liegt der Unterschied zwischen Erotik und Pornographie?

Der Text dient einem anderen Zweck, auch die Intention des Schreibers ist eine andere. Praktisch funktioniert Pornographie mit bestimmten Bildern und vor allem mit 

Signalwörtern; das „Spektrum“ ist dort enger.


Welche Voraussetzungen sollten Ihre Kursteilnehmer erfüllen?

Sie sollten aufgeschlossen, experimentierfreudig und humorvoll an die Sache herangehen. Schriftstellerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.


Wer kann teilnehmen?

Alle volljährigen Frauen und Männer, die erwachsen mit dem Thema umgehen können  und erotische literarische Texte schreiben wollen – egal ob „nur“ einzelne Szenen oder gleich einen erotischen Roman. 


Wozu sollten die Teilnehmer hinterher befähigt sein?

Sie sollten die „heißen Stellen“ in ihren Texten zielsicherer schreiben können, also mit besserer Kenntnis der literarischen Werkzeuge und genauerer Einschätzung der Wirkung beim Lesepublikum. 

8. Mai 2018

Foto: du