Sport & Vereine

Fußball grenzenlos

Trainer-Lehrgang für Geflüchtete im Kienhorstpark

Von Bernd Karkossa

rash sprach wohl allen aus der Seele. „Ohne Fußball kann ich nicht leben, ich hatte immer mit Fußball zu tun“, sagt der Flüchtling im Vereinsheim des BFC Alemannia 90. Es geht ihm wie den weiteren neun Teilnehmern, die sich hier eingefunden haben. Die vor allem aus dem Iran und Afghanistan stammenden jungen Männer nehmen an einem Trainer-Lehrgang für Geflüchtete teil, den der Berliner Fußball-Verband seit zwei Jahren in loser Folge anbietet und der unter dem Motto steht: „Fußball grenzenlos“. 

Vier Tage vom 19. bis zum 22. Juli drehte sich auf dem Alemannia-Gelände alles um Fußball. Theorie und Praxis, die eine Hälfte des Lehrgangs fand im geschlossenen Raum statt, der praktische Teil auf dem Fußballplatz. Themen wie Verbands- und Vereinswesen, Fairplay sowie Themen der Trainingslehre wurden behandelt. Ziel des Lehrgangs ist es, die Teilnehmer auf einen Grundlehrgang und eine spätere Trainer-Lizenz vorzubereiten und damit für die aktive Mitarbeit im Verein zu qualifizieren. Die Teilnehmer durften in die Trainerrolle schlüpfen und eigene Trainingseinheiten anleiten. Die meisten haben auch schon Erfahrungen als Trainer, drei Jungs etwa sind beim Kreuzberger Verein Eintracht Südring eingebunden.

Karlos El-Khatib vom Referat Events & Soziales im BFV ist der Projektleiter von „Fußball Grenzenlos“. Ihm zur Seite stehen an den vier Tagen bei Alemannia Jan Rühl, der eigentlich Lehramtsstudent ist und nebenbei die U12 des 1. FC Union trainiert, und Moritz Künne, der im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes beim BFV sein freiwilliges Jahr   ableistet.

Einer will wissen, wie schnell man es als Trainer an die Spitze schaffen und Fußballlehrer werden kann. „Im Idealfall sechs Jahre, aber das ist völlig unrealistisch“, klärte Jan Rühl auf. Und Karlos El-Khatib sagte: „Nicht jeder kann mit Fußball Geld verdienen. Aber es geht ja auch um Anerkennung und darum, sich für andere einzusetzen und die Gesellschaft mitzugestalten. Und erst Erfahrung macht einen guten Trainer aus.“

24. Juli 2018

Foto : Bernd Karkossa