Auf der roten Couch, fast wie beim NDR: Nach getaner Arbeit ist Relaxen angesagt. (Bild: Daniele Schütz-Diener)

Panorama

Treffen von Hiphop und Schule

Graffiti verschönert Spielecontainer am Campus Hannah Höch

Von Daniele Schütz-Diener

Märkisches Viertel - „Der Container stand leer und unauffällig auf dem Schulhof. Dank uns ist er nun ein Blickfang, der zum Nachdenken anregen soll“, sagt Emirhan, ein Schüler der 8. Klasse. Engagierte Schüler vom Campus Hannah Höch haben mit der Schulsozialarbeit des Trägers Aufwind e.V. den alten, blauen Container aufpoliert, der den Schülern als  Spieleausgabe und Begegnungsort in den Hofpausen dient.

Dabei war den Schülern wichtig, gesellschaftskritische Themen als Gegenstand des Schullebens zu integrieren. In der Projektwoche „Kunst am Container“ entstand mit Unterstützung des bekannten Graffiti-Künstler Sami Ben Mansour ein atemberaubendes Bild, welches Tupac und Biggie, zwei Hip-Hop-Legenden aus den 90ern, zeigt, deren Hände zu einer Hand verschmelzen. „Dies hat die Symbolik, dass wir die verfeindeten Musiker am Campus wieder vereint haben und uns ein respektvolles und friedliches Miteinander trotz Differenzen wichtig ist“, erläutert Sozialpädagogin Laura Joachim.

Zusätzlich zu den im Rahmen der Jugendjury Reinickendorf bewilligten Fördergeldern wurde das Projekt von der GESOBAU finanziell unterstützt. Somit konnten auch die anderen Seiten verschönert werden, auf der nun auch Anne Frank, Malala und diverse verfremdete Markenzeichen, die die Marken-und Konsumkritik widerspiegeln sollen, zu sehen sind.

Am 10. September wurde der Container mit einer Eröffnungsveranstaltung auf dem Schulhof bei Hip-Hop Musik und einem kleinen Buffet eingeweiht. Das Programm wurde von Schülern mit Hilfe der Schulsozialarbeit auf die Beine gestellt. Unter anderem war die Band „Equality“ des ComX anwesend, welche die Veranstaltung mit themenbezogenen musikalischen Beiträgen begleitete.

„Die Schüler haben sich intensiv mit Malala und Anne Frank auseinandergesetzt und deren Geschichten mit ihren eigenen Lebenswegen in Zusammenhang gebracht“, erklärt Laura Joachim. Dabei wurden ausgewählte Gedichte von Rainer Maria Rilke und unter anderem das Gedicht „Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort“ vorgetragen. Das berührte viele Gäste so sehr, dass ihnen Tränen in den Augen standen. „Nun hat der Container für mich und für viele andere Schüler wieder mehr Bedeutung und Sinn gewonnen“, freut sich Emirhan.

6. Oktober 2019