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Erneut Stillstand auf der Baustelle Alt-Tegel 42-44

Schandfleck: Statt einer Wohnanlage für ältere Menschen steht auf dem Grundstück eine Hotelruine

Von Christiane Flechtner

Tegel – Zwar rankt sich noch keine Dornenhecke empor, dafür liegt die Zukunft des Grundstücks Alt-Tegel 42-44 weiterhin auf Eis. Das alte Büdnerhaus aus dem 19. Jahrhundert, das sich über Jahrzehnte passend ins Straßenbild einfügte, musste einer Baustelle weichen. Hier sollte bis Ende 2017 ein neuer Wohnkomplex entstehen (die RAZ berichtete). Die Baugenehmigung wurde am 19. Oktober 2016 erteilt, doch es tut sich nach wie vor nichts. Das historische Gebäude wurde unter lautem Protest der Tegeler abgerissen, und seitdem ruhen die Arbeiten. 

Denn nach Abbruch der Altbebauung legte ein Nachbar Widerspruch ein. Dieser wurde seitens der Behörde zurückgewiesen. Parallel richtete der Nachbar einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung der Baugenehmigung an das Verwaltungsgericht Berlin. Auf dem Grundstück, auf dem entlang der Wilkestraße der Schandfleck einer Hotelruine in die Höhe ragt, ist gemäß Bauantrag eine Wohnanlage mit barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen geplant. Das ehemalige Hotel soll an den Neubau durch einen Verbindungsbaukörper für Gastronomie im Erdgeschoss angebunden werden. Doch ob dies nach mehrjährigem Leerstand samt offener Fenster überhaupt noch realisierbar ist, ist fraglich. Das Investitionsvolumen beträgt rund 3 Millionen Euro. Bauherr ist die Tristasia ltd. mit Sitz in Zypern.

Auf Nachfrage erklärte Bauleiter Uwe Franz: „Intern wurde eine Trägerschaft angedacht, welche die Bebauung beginnen könnte“, sagte er. „Das ist allerdings eine weitgefasste Planung. Belastbare Aussagen zu Terminen gibt es noch nicht, aber auf jeden Fall bleibt das Objekt zur Wohnbebauung im Bestand der Eigentümer.

Sobald eine Entwicklung in Gang kommt, kann ich mehr sagen, vielleicht in einem halben Jahr“, fügt er abschließend hinzu. 

7. Februar 2019

Bild: Christiane Flechtner