Sonderbeihefter Frohnau

57. Jahrestag des Mauerbaus

Politiker legen Kränze nieder und legen Schweigeminute ein

von Adine Sommer

Am 13. August gedachten Politiker und Anwohner aus Reinickendorf und der Nachbargemeinde Glienicke/Nordbahn am Gedenkkreuz in Frohnau an der Kreuzung der B 96/Edelhofdamm den Opfern des einstigen DDR-Regimes. Diese Gedenkstelle weist auf zwei Opfer hin: Herbert Bauer, ein junger Polizeibeamter, der als erstes Grenzopfer am 1. Weihnachtsfeiertag 1952 getötet wurde, seine Frau und zwei kleine Söhne hinterließ, sowie Michael Bittner, der am 24. November 1988 erschossen wurde.

Als Redner gedachten die Bürgermeister Frank Balzer und Hans-Günter Oberlack den Grenz-Opfern. Reinickendorfs Bürgermeister wies auf die meist jungen Fluchtopfer hin, „die alles wagten und ihr Leben aufs Spiel setzten, weil sie sich nicht länger vorstellen wollten oder konnten, ihre Träume und Sehnsüchte von Freiheit und Selbstbestimmung hinter Mauer und Stacheldraht zu begraben.“ Er warnte vor der Gefahr, dass die Leistung der Menschen, die mit Widerstand und Freiheitsdrang den Fall der Mauer erzwangen, in Vergessenheit gerät, „weil der Zahn der Zeit am kollektiven Gedächtnis nagt.“ Kränze wurden niedergelegt und eine Schweigeminute abgehalten. Bei Bauarbeiten wurde ein Rest der ersten Mauer vom August 1961 am S-Bahnhof Schönholz entdeckt und unter Schutz gestellt. 

4. September 2018

Foto: Adine Sommer