Panorama

Keine Chance für Knallköppe

Heiße Tipps für eine coole Silvesternacht

Von Harald Dudel

Bezirk – Abgerissene Finger, Verbrennungen verschiedenen Schweregrades und jede Menge Wohnungsbrände – das ist die jährliche Bilanz der Silvesternacht in der Notaufnahme des Vivantes-Humboldt-Klinikums sowie der Feuerwehr Direktion Nord in den Wachen Wittenau, Hermsdorf, Tegel oder Borsigwalde. Fest steht: In der „Nacht der Nächte“ leisten Feuerwehrleute, Polizei, Ärzte, Krankenschwestern und freiwillige Helfer Schwerstarbeit. Um die Zahl der Unfälle im Zaum zu halten, warnt deshalb Vivantes Rettungsstellen-Sprecher Peter-Michael Albers: „Unfälle mit Feuerwerkskörpern können lebenslang die Gesundheit schädigen: Man kann schwerhörig, gehörlos oder sogar blind werden. Auch durch Böller abgerissene Gliedmaßen können oft nicht wiederhergestellt werden.“

Dabei stellen Verletzungen und Brände kein unabwendbares Schicksal dar. Jahr für Jahr informiert die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) die Öffentlichkeit. Sie prüft im Vorfeld angebotene Knallkörper auf Inhaltsstoffe, Handhabbarkeit und Deklaration. Ihre dringende Empfehlung: nur geprüftes Feuerwerk aus seriösen Quellen kaufen. Auf keinen Fall sogenannte Polenböller oder Feuerwerkskörper mit unklarer Herkunft verwenden.

Werden Böller und Raketen, wie in der Anleitung beschrieben, fachgerecht abgefeuert, sollte nicht allzu viel schief gehen, doch eine unglückselige Kombination aus Pyrotechnik, Promille und an Haustüren gedrängten Personen sorgt dafür, dass es immer wieder zu Schäden kommt. Beispielsweise, dass Raketen aus wackeligen  Flaschen abgefeuert werden und deren Flugbahn dann in eine Menschengruppe führt. 

Klug ist, wer schon im Vorfeld einige Vorkehrungen trifft. So rät die Feuerwehr, vor Silvester brennbare Gegenstände vom Balkon zu entfernen. Auch ein gefüllter Wassereimer kann nicht schaden. Für Partygänger: Wo sind Notausgänge? Sind sie unverschlossen und unverstellt? Und möglichst keine leicht entflammbaren Klamotten in der Nähe von Feuer tragen.

Sollte es tatsächlich zu einem Brand kommen, dann so schnell wie möglich die Feuerwehr unter 112 mit präziser Ortsangabe rufen. Und ganz wichtig: Rettungskräfte in ihrer Arbeit nicht durch im Weg stehen behindern! Sofern diese Minimalvorschläge beherzigt werden, sollte einem lebhaften, aber weniger gefährlichen Jahreswechsel nichts im Weg stehen. Motto: Wir lassen uns das neue Jahr nicht durch Knallköppe verderben! 

Weitere Infos unter: https://www.berliner-feuerwehr.de  sowie unter https://www.bam.de/Navigation/DE/Home/home.html Stichwort „Feuerwerk“

28. Dezember 2018

Bild: Berliner Feuerwehr