Die Fragilität der Erde - Wie bei diesem sterbenden Eisberg - ist Thema der Ausstellung. Bild: Christiane Flechtner.

Kultur | Freizeit

Zu Hause in der weiten Welt

Zwei Frauen zeigen Fotografien und mehr in der Aagaard-Galerie

Von Bernd Karkossa

Hermsdorf/Welt – Die beiden Frauen haben sich nicht gesucht, aber dennoch gefunden. Christiane Flechtner, geboren und aufgewachsen auf der Nordseeinsel Norderney, seit Jahren aber in Reinickendorf fast so bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund, und Heike Pander, geboren an den Ausläufern der Schwäbischen Alb. Im Juni 2018 liefen sie sich über den Weg, in Namibia, wo sie sich bei einer Pressereise kennen und schätzen lernten. Sie entdeckten viele Gemeinsamkeiten – und jetzt stellen sie gemeinsam in der Galerie Aagaard in Alt-Hermsdorf 11 aus. 

„Nah & Fern“ – der Name der Ausstellung gilt gleichermaßen für das Leben von Heike Pander und Christiane Flechtner. Wildes, Fremdes und Alltägliches in Form von Landschaften, Flora und Fauna werden auf Papier in ihrer ganzen natürlichen Schönheit festgehalten oder als einzigartige Momentaufnahme verewigt. Die Schönheit der Natur und ihre unendliche Vielfalt, aber auch ihre Fragilität und unser aller Verantwortung, alles Leben auf der Erde zu bewahren und zu schützen, stehen dabei im Vordergrund   

Ob Afrika oder Asien, Südamerika oder Europa, Neuseeland oder Australien – Christiane Flechtner ist weit gereist. Sie packte früh das Fernweh: Als 15-Jährige war sie zum Schüleraustausch in Kanada, und nach dem Abi ging es per Overland-Truck durch Afrika. Nah dran sein, alles intensiv spüren und jedes Thema sensibel mit 1.000-prozentigem Einsatz anzugehen – das ist auch heute noch ihre Devise als internationale Journalistin und Fotografin, die dabei den Blick für Missstände und Ungerechtigkeiten vor ihrer Haustür nie verloren hat. Die Reinickendorfer kennen sie vor allem als umtriebige Lokaljournalistin, die auch für die RAZ tätig ist.

Ihr Hauptaugenmerk aber gilt dem Tier- und Umweltschutz. Ihre Reportagen über Tierrettungen und Missstände veröffentlicht die 46-Jährige in großen Tageszeitungen und Magazinen. Sie will aufrütteln, informieren und sensibilisieren – und auf diese Weise dazu beitragen, die Welt ein wenig besser zu machen. Ihre Fotos in der Ausstellung zeigen einen kleinen Ausschnitt ihrer Arbeit. 

Die fünf Jahre ältere Heike Pander absolvierte eine Ausbildung in steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen, bevor sie sich in Heidelberg dem Studium der Ethnologie, Kunstgeschichte und Psychologie widmete. Nach Auslandsstudium in den USA und erfolgreichem Studienabschluss in Deutschland arbeitete sie für eine deutsche Organisation in Malawi und Simbabwe. Dort fing sie an zu zeichnen und nahm Privatunterricht.

Die Künstlerin liebt die afrikanische Tierwelt und hat ein besonderes Faible für Affenbrotbäume (Baobabs). Seit 2015 widmet sie sich hauptsächlich dem Schreiben und der Kunst. Sie ist Mitglied im BBK Bonn-Rhein/Sieg und Berlin, dazu ist sie Mitglied in der Kunstwerkstatt Treptow e.V. und seit 2019 auch im Vorstand. 

Die Vernissage ist am 11. August um 15 Uhr, die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Galerie freitags und samstags jeweils von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 19 Uhr besichtigt werden. Weitere Infos unter www.galeriecafe-aagaard.de

Ein Elefant als Radierung. Bild: Christiane Flechtner/Pander

10. August 2019