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Kultur | Freizeit

Nur die Zifferblätter fehlen

Sanierung an der Königin-Luise-Kirche steht vor dem Abschluss

Von Christian Horn

Waidmannslust – Noch steht das Gerüst am Turm der Königin-Luise-Kirche in Waidmannslust. „Wir warten nur noch auf die Zifferblätter der Turmuhr, die gerade neu vergoldet werden“, sagt Wolfgang Nieschalk. „Wenn alles wie geplant läuft, werden diese noch im März fertig. Dann kann das Turmgerüst abgebaut werden,  und die großen Sanierungsarbeiten an der Kirche sind abgeschlossen.“ 

Wolfgang Nieschalk ist Vorsitzender des Fördervereins Königin-Luise-Kirche Waidmannslust e.V., der maßgeblich zum Erhalt des denkmalgeschützen Gebäudes beigetragen hat. Im Jahr 2002 wurden in einem Gutachten erhebliche bauliche Mängel an der Kirche festgestellt, und eine viele Jahre andauernde Phase von Sanierungsarbeiten begann. 

„Eigentlich sollte die Sanierung mit dem Turmgebäude beginnen. Dann jedoch fielen Steine vom Schmuckgiebel an der Frontseite der Kirche herunter und gefährdeten die Besucher – damit war klar, dass die Sanierungsarbeiten dort beginnen mussten“, erklärt Nieschalk. Für die langwierige und kostspielige Sanierung hatte der Förderverein eine Anschubfinanzierung von 80.000 Euro beigesteuert – eine enorme Summe für einen Verein mit nur etwa 70 Mitgliedern.

„Wir haben das nur mit eisernem Sparwillen geschafft“, sagt Helga Nieschalk. „Über die Jahre hinweg waren das meistens kleine Zehn-Euro-Spenden, selten einmal eine größere Spende.“ Helga Nieschalk ist im Verein Schriftführerin und für die Koordination der Veranstaltungen verantwortlich. „Bei den Veranstaltungen haben wir klein angefangen. Das Ganze wurde dann aber schnell zum Selbstläufer.“

Das Veranstaltungsprogramm mit seiner attraktiven Mischung von Lesungen, „Nachbarschaftsmusik“ mit Chören und Ensembles aus dem Bezirk und Auftritten professioneller Musiker, vom klassischen Piano über Flamenco bis hin zu irischer Musik, lockt mittlerweile Besucher aus allen Stadtteilen an. „Wir haben zum Beispiel Konzerte auf historischen Instrumenten gespielter Alter Musik, die etwas ganz Besonderes sind und sich großer Beliebtheit erfreuen“, sagt Helga Nieschalk. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, Spenden für den Erhalt der Kirche aber sind herzlich willkommen.

Gerade ist der Förderverein dabei, die eigene Kulturarbeit kommunal zu vernetzen. Dazu hat der Verein Gespräche mit der Initiative Cité Foch begonnen, und es ist geplant, mit weiteren kulturellen Orten und Institutionen in Waidmannslust und der Cité Foch Kontakt aufzunehmen. „Es schwebt uns vor, die doch dünn gesäten kulturellen Angebote in beiden Stadtteilen gemeinsam zu bewerben. Zum Beispiel könnten Programm-Flyer entwickelt werden, die die verschiedenen kulturellen Angebote der Stadtteile übersichtlich darstellen“, erklärt Wolfgang Nieschalk.

Das aktuelle Veranstaltungsprogramm und Informationen zum Förderverein der Königin-Luise-Kirche finden sich im Internet unter www.222evangelisch.de/foerderverein-koenigin-luise-kirche 

12. April 2019