Beim Welpenhandel darf kein Auge zugedrückt werden (Symbolbild: Pexels)

Panorama

Schlag gegen die Welpen-Mafia

Veterinäraufsicht kommt Händler im Internet auf die Spur und stellt Hundebabys sicher

Von Redaktion

Bezirk – Es ist ein mieses Geschäft: Hundebabys, unter kläglichen Bedingungen gezüchtet, werden früh ihren Müttern entrissen, unwürdig transportiert und über das Internet verkauft. Im Rahmen der regelmäßigen Internetrecherchen der Veterinäraufsicht Reinickendorf wurde Ende März einer verdächtigen Annonce nachgegangen. Darin bot ein Hundehalter Welpen verschiedener Rassen beziehungsweise Mischungen zu einem auffällig niedrigen Preis zum Verkauf an. 

Daraufhin starteten die Ermittlungen. Bei der anschließenden Kontrolle des Hundehalters fanden Mitarbeiter der Veterinäraufsicht fünf Welpen aus verschiedenen Würfen vor, die zu früh von ihren Muttertieren getrennt worden waren und unter unzureichenden Haltungsbedingungen litten. Der Verkäufer konnte die Herkunft der Welpen sowie die gesetzlich geforderte Sachkunde nicht nachweisen. Diese ist erforderlich, um Welpen an andere Personen verkaufen oder abgeben zu dürfen. Die Welpen wurden unter anderem aus Tierschutzgründen sichergestellt, gegen den Verkäufer wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. 

Bezirksstadtrat Sebastian Maack zeigte sich über die erfolgreiche Sicherstellung zufrieden. „Der illegale Welpenhandel ist ein großes Problem. Ich setze mich seit geraumer Zeit dafür ein, dass die Kontrollen zentralisiert werden. Ich habe den übrigen Bezirken angeboten, diese Aufgabe durch die Veterinäraufsicht Reinickendorf durchführen zu lassen. Leider steht die Entscheidung noch aus“, bedauert Bezirksstadtrat Maack. 

Die Veterinäraufsicht weist darauf hin, dass nach den Vorschriften des aktuellen Berliner Hundegesetzes nicht jeder junge Vierbeiner verkaufen darf. Dies ist für Welpen unter einem Jahr nur Personen mit Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz, Tierärzten oder anerkannten Sachverständigen laut dem Hundegesetz gestattet. Außerdem muss sich der Käufer eine Bescheinigung aushändigen lassen, aus der die Identität und Sachkunde des Verkäufers hervorgehen. Auch Angaben zur Rasse oder Kreuzung des Hundes müssen enthalten sein. Diese Bescheinigung muss für die Dauer der Haltung des Hundes aufbewahrt werden.

5. April 2019