Freizeit

Die Freundin kleiner Pferde

Nora Schmidt hat ein Randgruppen-Buch geschrieben

Interview Christian Horn

In Schöneberg aufgewachsen, wohnt die Autorin und Moderatorin Nora Schmidt heute in Frohnau und geht dort in ihrer Freizeit dem „tollsten Hobby der Welt“ nach – dem Ponyreiten. In ihrem höchst unterhaltsamen „Handbuch Ponyreiten – Das neue Standardwerk für große Freunde kleiner Pferde!“ führt sie ein in die besondere Welt dieser charakterstarken Huftiere.


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Buch über das Ponyreiten zu schreiben?

Ponyreiten ist ein hochkomplexes Thema. Ein Pony wiegt zirka 400 Kilo, sparsame 400 Gramm davon nimmt die Gehirnmasse in Anspruch. Und diese wiederum ist zu 99,9 Prozent damit beschäftigt, Futter aufzuspüren. Nun erklären Sie dem Tier mal, was eine Volte ist und wie Sie diese zu reiten gedenken, während das Pony die ganze Zeit nichts anderes als „MÖHRE! JETZT!“ denkt. Erstmal ist Ponyreiten also ein Interessenkonflikt. Da kann es hilfreich sein, ein Buch gelesen zu haben.

Wie unterscheiden sich Ponys von den „großen“ Pferden?

Sie sind witzig. Viele Ponys haben britische Vorfahren, das merkt man auch am Humor. Außerdem passen Sie in jede Handtasche und man sieht groß und schlank neben ihnen aus.

Haben Ponys besondere „Charaktereigenschaften“?

Oh ja! Sie sind hervorragende Diskussionspartner und auf jeden Fall die intellektuelle Elite unter den Huftieren, trotz 400 Gramm Hirn. Ein Pferd macht meist, was Sie sagen. Ein Pony hinterfragt. Sich mit ihm zu einigen, erfordert diplomatisches Geschick und Freundlichkeit. Ponys legen Wert auf einen guten Umgangston, sonst schlagen sie Wurzeln und Sie stehen dumm da. Stundenlang.

Für wen haben Sie das Buch geschrieben?
Wer ist die Zielgruppe?

Es ist eindeutig ein Randgruppen-Buch: Wenn alle erwachsenen Ponyreiter Deutschlands, die ich als Zielgruppe bezeichnen würde, das „Handbuch Ponyreiten“ kaufen würden, dann könnte ich mir von dem Erlös wahrscheinlich immer noch kein echtes, großes Pferd leisten. Obwohl ... Erfreulicherweise sind auch Nicht-Reiter von dem Buch angetan. Sie haben es als Geschenk für ponyreitende Freunde gekauft und es dann selbst behalten, weil sie es witzig fanden.

Ihr Buch ist offensichtlich kein trockenes Handbuch – es ist mit Spaß und Witz geschrieben. Was steckt dahinter?

Sind Sie schon mal in einer Reithalle gewesen? Manchmal glauben Sie nicht, dass den Leuten das Spaß macht, was sie da tun. Da will man rufen: „Hey, das ist unser Hobby! Lacht doch mal!“ Ich wünsche mir mehr lachende Reiter!

Vom wem sind die Illustrationen in Ihrem Buch?

Ein Pony ist ja ganz einfach zu zeichnen: Zirkel nehmen, einmal rum, Ohren dran, fertig ist die Laube. Einen Zirkel hab ich.

Wie ist bisher die Resonanz auf ihr Buch?

Die großen Pferdezeitschriften wollen in ihren nächsten Ausgaben darüber berichten – Ponywood, wir kommen! Die Leute mögen es, sogar die Großpferdereiter. Das freut mich natürlich sehr!

Ein paar Worte über Sie selbst?

Ich betreibe den Blog www.ponywahnsinn.de und berichte dort über den Alltag mit den Reithamstern. Mit meinen beiden Kindern gehe ich regelmäßig im Reitclub Frohnau am Poloplatz reiten. Da können wir zu Fuß hingehen, wir haben nämlich das Glück, in Frohnau zu leben! Außerdem genieße ich die schöne Landschaft in Lübars gerne vom Pferderücken aus. Der Berliner Norden bietet wirklich beste Bedingungen, dem tollsten Hobby der Welt nachzugehen!


Vielen Dank für das Gespräch!

8. Oktober 2018

Foto: Wiebke Heiss