Zum Schluss

Dr. Lühmann tritt zurück

BVV verliert einen hellen und kühlen Kopf

von Bernd karkossa

Wenn es drunter und drüber geht in der Bezirksverordnetenversammlung, dann behält einer auf jeden Fall kühlen Kopf: Dr. Hinrich Lühmann, seit sieben Jahren Vorsteher der BVV. Er bekommt das wie kein Zweiter sogar mit einem Augenzwinkern hin. Und er versteht es, offiziellen Gedenktagen mit tiefgründigen Reden in besonderer Weise eine glanzvolle Würde zu verleihen. Auf seine Einlassungen aber wird man in Zukunft verzichten müssen. Am 24. August hat Lühmann in einer E-Mail an die Fraktionsvorsitzenden erklärt, sein Amt zum 28. September niederzulegen.

„Mit seiner authentischen Art und seinem geistreichen Witz hat Dr. Lühmann dem Amt des BVV-Vorstehers Würde und Ansehen verliehen“, betont der Reinickendorfer Bürgermeister Frank Balzer. Lühmann kandidierte 2011 als parteiloser Kandidat auf der Liste der CDU erstmals für die Bezirksverordnetenversammlung und wurde von den 55 Bezirksverordneten zum Vorsteher gewählt. 2016 kandidierte er erneut und wurde mit großer Mehrheit als Vorsteher wiedergewählt.

Der 1944 geborene Lühmann besuchte die Evangelische Grundschule Frohnau, machte sein Abitur am Humboldt-Gymnasium, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität von Nancy in Frankreich. In der Bleibtreustraße betrieb er eine Praxis für Psychoanalyse, von 1991 bis 2008 war er Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums in Tegel.

Die CDU überlegt nun, welches Fraktionsmitglied sie für Lühmanns Nachfolge vorschlagen wird. Die Wahl findet in der BVV-Sitzung am 10. Oktober statt.

4. September 2018

Foto: privat