Bild: Polizei Berlin - Das Entschärfer-Team nach seinem Erfolg in Hermsdorf


Panorama

200.000 Quadratmeter Hermsdorf fast menschenleer

Bombenentschärfung beeinträchtigte Zehntausende

Von Inka Thaysen

Hermsdorf – Für das Zentrum des Geschehens am gestrigen Donnerstag (9. Mai) war eigentlich etwas ganz anderes geplant. Hier hätte an dem Nachmittag feierlich das Richtfest für das Bauprojekt Beletage stattfinden sollen… doch dann kam alles ganz anders. Eine Weltkriegsbombe trat auf dem Baugrundstück an der Ulmenstraße 2 zutage, umgehend richteten die Behörden einen Sperrkreis mit einem Durchmesser von 500 Metern ein – ergibt eine Fläche knapp 200.000 Quadratmeter. Darin unter anderem: Der S-Bahnhof Hermsdorf, ein Teilstück der B96, zwei Kitas und eine Jugendhilfeeinrichtung, die Feuerwache. All das – ebenso wie Privatgebäude – ließen die Einsatzkräfte räumen. Sammelpunkte für die Bevölkerung waren der Fellbacher Platz, Heinsestraße/Ecke Schulzendorfer Straße, die alte Dorfkirche in der Almutstraße und der Schlossplatz in der Wachsmuthstraße benannt. Von diesen vier Orten verkehrten Kleinbusse kostenlos zum Georg-Herwegh-Gymnasium, das für den Räumungszeitraum als Ausweichquartier diente. 

Das Bezirksamt Reinickendorf richtete ein Bürgertelefon für Betroffene ein, über den Twitter-Account der Berliner Polizei tickerten sämtliche Neuigkeiten zur Lage, das Hashtag #Hermsdorf erreichte im Tagesverlauf Trend-Status beim Kurznachrichtendienst. Die S-Bahn stellte den Verkehr zwischen Frohnau und Waidmannslust ein, die BVG stellte die Buslinien 220 und 326 ein. Die Zufahrtsstraßen in Richtung Sperrkreis liefen zu, dicke Rückstaus auch auf der A111 den Nachmittag über.

Bei der gefundenen Fliegerbombe handelte es sich um einen Überrest eines US-amerikanischen Einsatzes im Zweiten Weltkrieg: 100 Kilogramm Gewicht, mechanischer Aufschlagzünder. Die für frühestens 18 Uhr geplante Entschärfung zögerte sich im Verlauf des Abends hinaus. Um 21.35 Uhr aber meldete die Polizei „Die Weltkriegsbombe wurde entschärft. Die Sperrungen sind aufgehoben. Alle dürfen in ihre Wohnungen. Danke für Ihre Geduld in Hermsdorf!“

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Das RAZ-Team sagt allen Einsatzkräften für Unterstützung, Organisation, Zuspruch und Mut für #Reinickendorf von Herzen: Respekt, Chapeau, DANKE !!!

10. Mai 2019