Hier fließt kein Wasser mehr: Das Loch für den Trinkbrunnen wurde wieder zugepflastert (Bild: Daniele Schütz-Diener)

Panorama

Das Au mit dem „Au“

Trinkbrunnenbau am Ludolfingerplatz gestoppt

Von Inka Thaysen

Frohnau - Die Ortsnamenendung -au steht für Wasser. Dennoch stockt es derzeit in „Frohn-au“ mit dem Wasserfluss. Eigentlich hätte am Ludolfingerplatz ein Trinkbrunnen aufgestellt werden sollen, die Bauarbeiten liefen bereits. Doch genau der liegt jetzt auf dem Trockenen. „Völlig fehlgeplant“, sagt der Bauarbeiter, der nun das Loch, in dem der Brunnen bereits stand, wieder zuschüttet. Eine Mitarbeiterin der Parfümerie vor Ort mutmaßt: „Vielleicht war es nur ein Experiment.“

Nein, es war konkret. „Dieser Standort wurde gemeinsam mit weiteren in Reinickendorf beim Bezirk beantragt, und nach Genehmigung und Ortstermin hat unsere Baufirma mit dem Bau begonnen“, erklärt Astrid Hackenesch-Rump, Sprecherin der Berliner Wasserbetriebe (BWB) die bisherigen Entwicklungen: „Für jeden solchen Brunnen wird ein Trinkwasser- und Abwasseranschluss ans vorhandene Leitungsnetz gebaut. Das ist hier auch passiert.“åΩ

Dann aber kam alles anders. Eine Mitarbeiterin der Apotheke am Platz äußerte gegenüber der RAZ am 23. August Bedauern: „Heute hat uns jemand darüber informiert, dass die Eigentümerschaft nicht wollte, dass der Trinkbrunnen auf dem zu ihrem Grundstück gehörenden Gehsteig installiert wird. Sehr bedauerlich, wir hätten das sehr gut gefunden.“ Die BWB-Sprecherin führt aus: „Der Bau wurde gestoppt, nachdem die Eigentümergemeinschaft uns über die Eigentumsverhältnisse informiert und sich gegen den Bau ausgesprochen hat. Das hat uns überrascht und ist uns auch in der über 30-jährigen Geschichte des Trinkbrunnenbaus in Berlin – und bei fast 100 Trinkbrunnen – noch nie zuvor passiert“, betont sie. „Natürlich respektieren wir den Wunsch der Eigentümer und stellen den ursprünglichen Zustand wieder her.“ Die durchgeführten Arbeiten würden kostenmäßig im „kleineren vierstelligen Bereich“ liegen, heißt es; die Schlussrechnung stehe noch aus.

Weder beim Ortstermin noch im Genehmigungsverfahren sei der betroffene Ort am Ludolfingerplatz 2 als Privatgrund erkennbar gewesen; deshalb habe das Bezirksamt den BWB auch die Genehmigung erteilt, so Hackenesch-Rump weiter. Der Reinickendorfer Grünamtsleiter Rüdiger Zech sagt: „Da ist etwas schiefgelaufen; dass so etwas ausnahmsweise mal passiert, ist aber menschlich.“ Er spricht von Glück im Unglück: „Auf der Suche nach einem alternativen Standort haben wir jetzt einen viel besseren im Auge, wo der übrigens wunderschöne Brunnen viel mehr zur Geltung kommen wird, nämlich auf der anderen Seite des Platzes. Wir haben uns dort schon mit den BWB verabredet.

30. August 2019