Soziales & Familie

Aus für Babyschwimmen & Co.

Bewegungsbad des Vivantes Humboldt Klinikum geschlossen

von Christiane flechtner

Ob Babyschwimmen, Aqua-Fitness oder Wassertherapie – all das war über Jahre im Therapiebad im Vivantes Humboldt-Klinikum möglich. Nun ist es kurzerhand geschlossen worden – sehr zum Leidwesen der Reinickendorferinnen und Reinickendorfer. 

Grund der Schließung: Das Bewegungsbad ist mittlerweile rund 30 Jahre alt, und es wäre eine komplette technische Neuausstattung und Sanierung notwendig, um eine Gefährdung der Patienten und Mitarbeiter zu vermeiden. 

Die Nutzer wussten bereits, dass die Verträge nur bis zum Ende des Jahres 2018 Bestand haben. Allerdings gab es nun eine vorzeitige Schließung, die für die Badnutzer und Kursanbieter überraschend kam. So auch für die Reinickendorferin Antonia Hiller. Sie schieb in ihrem Leserbrief: „Ich war in meiner Schwangerschaft zur Aquafitness und jetzt ab Ende Juli wollte ich mit meiner Tochter zum Babyschwimmen. Von heute auf Morgen wurde das Therapiebecken geschlossen. eine Sanierung lohne sich nicht?! Unzählige Eltern stehen nun ohne Babyschwimmkurs da, Alternativen in Reinickendorf kaum vorhanden. Die Aquafitness für Schwangere gibt es so im Bezirk nicht noch einmal. Sehr schade!“

Auch Manuel Laddach, der mit Tochter Anna Lena das Bad regelmäßig zum Babyschwimmen besuchte, betrachtet die Schließung als herben Verlust: „Wir haben an zwei Babyschwimmkursen teilgenommen, die unglaublich gut angeleitet wurden. Die Kinder wurden ohne Angst an das Element Wasser herangeführt“, sagt er. Dabei war die Nachfrage immer groß. Teilweise war es sogar schwierig, überhaupt einen Platz zu bekommen. „Es ist die Frage, wo solche Kurse nun stattfinden könnten. In einer Zeit, wo immer weniger Kinder schwimmen können, wäre es doppelt wichtig, solche Angebote aufrecht zu erhalten“, fügt er hinzu. Die kleine Familie muss nun nach Spandau fahren, um mit ihrer Tochter schwimmen zu gehen.

Zwar wird es für die stationären Patienten nach der Eröffnung des Neubaus weiterhin Kleinst- und Einzeltherapiebecken geben, doch die Versorgung für externe Nutzer ist dann nicht mehr gewährleistet.

Der CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen ist schockiert: „Ich halte die Entscheidung, das Hallenbad im Humboldt-Krankenhaus für ambulante Patienten dauerhaft zu schließen, für falsch. Viele Menschen in Reinickendorf sind aus therapeutischen Gründen auf eine gute Versorgung vor Ort angewiesen. Es wird nur schwer möglich sein, den betroffenen Menschen in Wohnortnähe eine Alternative zu bieten. Als größtes Krankenhaus des Bezirks muss das Humboldt-Krankenhaus seiner Verantwortung als Versorger für alle Reinickendorfer auch in Zukunft gerecht werden. Darüber hinaus möchte ich, dass auch in Zukunft junge Familien mit ihren Babys zum Kinderschwimmen ins Humboldt-Krankenhaus kommen können.“

Zeelen hat einen Fragenkatalog an den Senat gesandt. Eine Antwort steht noch aus. Die RAZ wird in einer der nächsten Ausgaben weiter berichten.

4. September 2018

Foto: Christiane flechtner