Kultur & Freizeit

Farbenzauber aus Frohnau

Ausstellung von Helga Dieckmann in der Mönchmühle

von Margrith Frei Krause

In der Galerie der Historischen Mönchmühle stellt die freie Künstlerin Helga Dieckmann noch bis zum 3. Oktober ihre Acrylbilder aus. Die Farbigkeit der großformatigen Werke hebt sich ab vom ursprünglichen Gemäuer und den Holzbalken, die den roten Backsteinen Halt geben. 

Helga Dieckmann malt überwiegend abstrakt und expressionistisch, ihre Themen sind die Natur mit all ihren Facetten. So heißt ein Bild „Erde und Himmel“, ein anderes „Frühling“ und ein drittes „Novembertag“. Das besondere am Bildaufbau sind die bei vielen Werken auf die Leinwand modellierten Reliefe, welche die Malerin mit einem Malermesser auf die getrocknete Grundierung aufträgt. „Das eigentliche Bild entwickelt sich immer aus dem Relief heraus“, erläutert Helga Dieckmann. Es soll die Zerrissenheit symbolisieren, die zwischen menschlichen Bedürfnissen und denjenigen der Natur besteht. Die Ausstellung in der Mühlengalerie im beschaulichen Mönchmühle ist an diesem Sonntagnachmittag gut besucht. Die RAZ hat den Weg mit dem Fahrrad aus Wittenau in einer Stunde geschafft. Viele der Besucher wohnen im nördlichen Umland von Berlin. Manche nutzen die Möglichkeit, sowohl die Ausstellung als auch die von einem rührigen Förderverein vom Verfall gerettete Mühle zu besuchen. „Ich spüre hier eine intensivere Bereitschaft bei den Besuchern, sich auf die Bilder einzulassen und mit mir ins Gespräch zu kommen“, fasst Helga Dieckmann ihre Erfahrungen zusammen, die sie seit der Vernissage am 22. Juli gesammelt hat. Bei ihren Ausstellungen in Berlin habe sie das nie auf diese Weise erlebt. Vielleicht spielt auch die leichte Morbidität eine Rolle, die im kühlen Raum herrscht, der auf zwei Etagen Mühlengerätschaften und Gegenwartskunst verbindet. Eine Morbidität, die im Dialog ist mit den „Wohlfühlbildern“. Noch etwas ist ihr in Gesprächen bewusst geworden: Die Farbe Rot in allen Schattierungen spiele in anderer Weise eine Rolle als die kälteren Farben. Das werde sie in Zukunft einfließen lassen beim Malen. 

Helga Dieckmann, die in Berlin lebt und arbeitet – sie ist unter anderem aktiv in der Gruppe Ausstellungsorganisation Centre Bagatelle – malt schon viele Jahrzehnte. „Zuerst immer neben meiner Berufstätigkeit und verstärkt, seit ich in einen frühen Ruhestand gegangen bin“, sagt sie. Ihre künstlerischen Vorbilder sind Jackson Pollock und William Turner. „Ich versuche, die Aussagen ihrer Bilder zu erreichen“, sagt sie lächelnd.

Die Galerie der Historischen Mönchmühle, Mönchmühlenallee 3, im Mühlenbecker Land ist sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

4. September 2018

Foto: Margrith Frei Krause