Sport & Vereine

RFC Liberta 1914

Von Redaktion

Die Geburtsstunde schlug in der Kneipe. Im Lokal von Otto Schulze kam am 1. April 1914 die Idee auf, einen Fußballverein zu gründen. Der Jugendclub „Hohenzollern 1914“ erblickte das Licht der Welt, schon ein Jahr später entstand aus der Fusion von „Hohenzollern 1914“ und „Seidel 1915“ der SC Reinickendorf 1915. Den heutigen Namen erhielt der RFC Liberta 1914 nach dem 1. Weltkrieg. Und seit 1930 ist der Verein auf den Sportplätzen an der Scharnweberstraße beheimatet. Als Liberta vor vier Jahren im Fontane-Haus im Märkischen Viertel seinen 100. Geburtstag feierte, ging es vor allem um eins: die große integrative Kraft. „Uns ist es wichtig, viele Kinder zum Sport zu bewegen. Das ist gerade in unserem Kiez wichtig – mit dem großen Anteil an Migranten“, sagt Peter Hahn (72), seit vielen Jahren der Jugendleiter. Wie viele Mitglieder der Verein hat, weiß er nicht genau, es gibt so viele „Karteileichen“. „Nach dieser Kartei sind es mehr als 2.000“, sagt Hahn, „aber 800 Mitglieder ist wohl die realistische Zahl.“ Das große Aufräumen wurde noch nicht zu Ende gebracht, andere tägliche Aufgaben für die 15 Mannschaften im Spielbetrieb halten die Verantwortlichen eben genug auf Trab. Aber dass junge Menschen aus rund 50 Nationalitäten beim RFC Liberta ihre sportliche Heimat gefunden haben, das ist gewiss. Und auf diesen Multikulti-Anstrich sind die Macher zu Recht stolz. Kontinuität wird auch großgeschrieben, Rainer Rehmann (55), der schon als Jugendlicher für Liberta im offensiven Mittelfeld spielte, ist seit rund 15 Jahren 1. Vorsitzender. „Wir nehmen jeden Knirps jeder Nationalität“, sagt auch Rehmann. Beim großen Pfingstturnier, zu dem rund 80 Mannschaften erwartet werden, kann man sich davon überzeugen.


Auszeichnungen & Erfolge

In dieser Rubrik ist der RFC Liberta ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Große Erfolge blieben schlicht aus. Mit der Verpflichtung von Joachim Wiese als Trainer im Sommer 1983 begannen etwas rosigere Zeiten mit zwei Aufstiegen in die Kreisliga A. Noch besser wurde es mit Jörg Schmidt, mit ihm als Coach gelang 1993 erstmals in der Vereinshistorie der Aufstieg in die Landesliga. Das war die vielleicht schönste Zeit, danach ging es wieder runter. Aber sportlicher Erfolg war nie das Einzige, was zählte. Aufmerksamkeit wurde dem Verein zuteil, als man Nachhilfekurse für Spieler anbot, die Probleme in Schulfächern wie Mathe oder Deutsch hatten. Und die großzügige Sportanlage inklusive des kleinen Ladens mit Leckereien, Kaffee, Kakao, kalten Getränken, Würstchen (Geflügel für die muslimischen Mitbürger), und günstige Monatsbeiträge sind weitere Pluspunkte des RFC Liberta. Auch ein Erfolg.

28. März 2018