Anwohnerin Petra Schöneberg hofft auf rasche Maßnahmen (Foto: Bertram Schwarz)


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Schnelle Hilfe für die Mäckeritzwiesen

Für 1,5 Mio. Euro sollen Regen-Auffangbecken und Pumpwerk gebaut werden

Von Bertram Schwarz

Tegel – Als ob es einer Mahnung bedurft hätte, zieht kurz vor der Veranstaltung ein Unwetter mit starken Regenfällen über die Mäckeritzwiesen. Vor der Dreieinigkeitskirche müssen die Besucher zu der Veranstaltung von Jörg Stroedter, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, um große Wasserpfützen herum den Weg zum Eingang finden.

Doch die Kirche füllt sich schnell mit interessierten und betroffenen Anwohnern der Siedlergemeinschaft Mäckeritzwiesen. Spätestens seit den Starkregen im Juni 2017 kämpfen sie darum, Überschwemmungen in ihrem Wohngebiet zwischen dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und dem Flughafengelände zu vermeiden. Politiker geben sich seitdem die Klinke in die Hand, um mal Bedauern, mal Ermahnungen, mal Andeutungen von Hilfsprogrammen zu übermitteln.

Jörg Stroedter hat wichtige Gäste mitgebracht: Jörg Simon, Chef der Wasserbetriebe, Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz und Ulf Wilhelm, Vorsitzender des Bezirksausschusses Stadtplanung und -entwicklung, sitzen auf dem Podium und stellen sich den Bewohnern. Aus dem SIWANA-Programm – Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds – stehen ab sofort 1,5 Millionen Euro für schnelle Maßnahmen bereit. Damit werde im Jahr 2020 ein Auffangbecken an der Stelle gebaut, wo es früher schon einmal eine solche Einrichtung gab. Das dort zusammenfließende Oberflächenwasser solle dann mit einer Pumpe kontrolliert in den Kanal befördert werden.

Die Berliner Wasserbetriebe werden den Auftrag bekommen, die Ankündigungen möglichst schnell in die Tat umzusetzen. Zuvor müssen jedoch noch Genehmigungsfragen geklärt werden. Das sei kein Hexenwerk, sagt Staatssekretär Tidow: „Geld steht zur Verfügung, jetzt müssen wir alles vermeiden, was Sand ins Getriebe streut.“ Die Bewohner haben da aber noch einige Fragen.

Sie wollen wissen, wie das Wasser von ihren Grundstücken in das Auffangbecken kommen soll. In Eigenregie haben sie bereits angefangen, einen Kanal quer durch das Siedlungsgebiet zu graben. Zuerst packten sie selbst an, später ließen sie eine Firma auf eigene Kosten weiterarbeiten. Das Engagement wird gelobt und zugesagt, die Fortsetzung der Kanalarbeiten zu prüfen. Einer Bewohnerin reicht das nicht, sie spricht von einem „Kleckerbetrag“. 

Nun wird Stroedter deutlich. Er habe sich sehr für diese 1,5 Mio. Euro gegen massive Widerstände eingesetzt: „Viele in der Stadt sind neidisch auf dieses Pilotprojekt.“ Der Anwohnerin Petra Schöneberg ist besonders wichtig, dass endlich geklärt wird, wer im Falle neuer Starkregenfälle zuständig sei. Sie habe sich im Juni 2017 „ziemlich allein gelassen gefühlt“, als ihr Grundstück unter Wasser stand. Der vergangene Sommer sei „zum Glück“ sehr trocken gewesen, aber „Glück allein hilft uns nicht.“ Auch sie zeigt sich für die Initiative von Jörg Stroedter dankbar und hofft auf schnelle Realisierung der geplanten Maßnahmen.

31. Mai 2019