Immobilien

Unsicherer Wasseranschluss

Nutzungsvereinbarung der Wasserleitungen unklar

Von Melanie von Orlow

Der Neubau von knapp 100 Mietwohnungen im südlichen Teil der Cité Foch in Wittenau ist weit vorangeschritten. Die Fenster sind eingebaut, und die Wärmedämmung wird derzeit installiert. Umso bemerkenswerter war die Anfrage des Bezirksverordneten Klaus-Dieter Meckes auf der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zur Frage der Wasserleitungen zu dem Neubau und möglicher Verzögerungen des Bezugs der dringend benötigten Wohnungen.

Denn das rund 47 Hektar große Gelände des ehemaligen französischen Wohngebietes fiel nach der Wende zur Gänze an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die damit nicht nur Großgrundbesitzer der Gebäude, sondern auch Eigentümer aller Leitungen auf dem Gelände wurde. Damit muss der Bauherr und Investor nun mit der BImA klären, ob und unter welchen Bedingungen die Ver- und Entsorgung des Neubaus über die vorhandenen Leitungen möglich ist. 

„Im Augenblick ist noch keine Verzögerung, weil dieser südliche Teil noch nicht bezugsfertig ist.“ erklärte  Frank Balzer in seiner Aufgabe als Leiter der Abteilung Finanzen, Personal, Stadtentwicklung und Umwelt. Alle Beteiligten seien bemüht, dass zum Einzugsdatum auch das Problem der Wasseranschlüsse und insbesondere des Abwassers geregelt sei. 

Die Bezirksverordnete Elke Klünder zeigte sich überrascht, dass ein Bauprojekt vor Klärung einer solchen Frage begonnen werden konnte. Frank Balzer erläuterte, dass zur Erteilung einer Baugenehmigung derartige Fragen nicht beleuchtet werden würden. Erst die Verwendung zu Wohnzwecken würde durch die Bauaufsicht untersagt werden, wenn Zu- und Abwasseranschluss nicht gewährleistet seien. Das Bezirksamt sei vermittelnd tätig, doch bisher gebe es nur eine mündliche Zusage. „Die BImA ist ein ausgesprochen schwieriger Verhandlungs- und Vertragspartner!“ erklärte BezirksbürgermeisterFrank Balzer zum Abschluss seiner Ausführungen.

30. Mai 2018

Foto: Melanie von Orlow