Sport & Vereine

Eintrag ins Goldene Buch

Olympiasiegerinnen Mariama Jamanka und Lisa Buckwitz im Rathaus empfangen

Von Bernd Karkossa

Wittenau – „Jajaja, Jamanka“ – Mariama Jamankas letzter Lauf zur Goldmedaille im Zweierbob bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang flimmerte über die Leinwand im großen Sitzungssaal der BVV im Reinickendorfer Rathaus. Beifall brandete auf, und dann kamen die Bobfahrerin aus Reinickendorf und Lisa Marie Buckwitz, ihre Anschieberin aus Schöneiche, nach vorn. Am 16. März trugen sich die beiden Ausnahmesportlerinnen ins Goldene Buch des Fuchsbezirks ein, anschließend plauderten beide bei einem kleinen Imbiss aus dem Nähkästchen.

Einiges hat sich geändert im Leben von Mariama Jamanka, die junge Frau aber ist die gleiche. Das unterstrich auch Sportstadtrat Tobias Dollase in seiner Begrüßungsansprache. Er kennt beide lange, noch aus seiner Zeit als Jugendwart im Berliner Leichtathletikverband, als Mariama Hammerwerfen und Lisa Siebenkampf betrieb. Und dann stiegen die Flachländerinnen in den Bob.

Immer freundlich, immer ein Lächeln auf den Lippen, und keine Frage ist Mariama Jamanka zuviel. Dass ihr Bekanntheitsgrad. 

Eine Olympiasiegerin im Wintersport, das hat es in Reinickendorf ja auch noch nicht gegeben. „Wir hatten schon Goldmedaillengewinner im Rudern oder Kanu­sport“, sagte Bürgermeister Balzer. „66 Sportarten bieten wir in Reinickendorf, Bobfahren gehört nicht dazu. Ist ja hier auch nicht möglich, die Lübarser Höhe ist nur 85,3 Meter hoch. Und dann gibt es Gold im Bobsport für Reinickendorf, ich wüsste nicht, was man als Werbefachmann besser machen sollte, um den Bezirk bekannter zu machen.“ Mariama eignet sich als Botschafterin auch wie keine Zweite. „Reinickendorf ist meine Heimat, und Heimatverbundenheit ist für mich etwas ganz Besonderes.“

Nach ihrer Sportkarriere will die Sportsoldatin, die 2013 ins thüringische Oberhof zog und dort wegen der Trainingsbedingungen stationiert ist, auf jeden Fall in ihre Heimatstadt zurückkehren. „In Oberhof machen ja sogar die Tankstellen schon um 20 Uhr zu, auf Dauer ist das nichts für mich.“ Der Grüne Klaus-Hinrich Westerkamp und Marco Käber von der SPD erwiesen sich als  ausgesprochen fachkundig. „Wie war das denn nun mit der Kurve neun in Pyeongchang?“, wollte Westerkamp wissen. „Die ist schon tricky, der Rodler Felix Loch ist da im letzten Lauf von Rang eins auf fünf zurückgefallen. Im Training hat es auch nicht so geklappt, aber dafür im Wettkampf“, so Mariama.

Schwierige Bahnen mag die 27-Jährige, auch im kanadischen Whistler, wo Viererbobs fast 160 km/h erreichen und sie auch schon mit 147 km/h zu Tal gebrettert ist. Dort finden 2019 die nächsten Weltmeisterschaften statt. 

Im nächsten Winter wird sie dazu zwei Bahnen kennen lernen, auf denen sie noch nicht gefahren ist: Sigulda in Lettland und Calgary, der Olympiaort 1988. Anfang April beginnt sie wieder mit dem Training, im Sommer werden die Grundlagen für Topleistungen im Winter erarbeitet. Dann wird Mariama Jamanka wieder die Eisrinnen dieser Welt hinunter sausen – und Reinickendorf schaut nun ganz besonders hin. 

28. März 2018

Foto: Bernd Karkossa