Zum Schluss

Bizarre Eisskulpturen

Erstarrtes Wasser am Tegeler See

Von Christiane Flechtner

Tegel – Man nehme ein paar Grad unter Null, hohe Wellen vermischt mit weißer Gischt und starken böigen Wind – und fertig ist das vergängliche Kunstwerk: Jogger und Spaziergänger staunten Mitte März nicht schlecht, als sie den Wanderweg am Ufer des Tegeler Sees vom Strandbad aus in Richtung Norden liefen. Die starken Windböen hatten die Wellen und Gischt des Sees zu skurrilen Eis­skulpturen erstarren lassen. Die fragilen und vergänglichen Kunstwerke waren vielfältig: Von kleinen starren Tröpfchen über Eisblumen und –farne bis zu großen Eis­elementen, die sich wie vereiste Quallen und Ungeheuer in die Höhe türmten, präsentierte sich die Natur vor dem tiefblauen Himmel. Doch die faszinierenden Kunstwerke hielten sich nur wenige Tage. Die starke Frühlingssonne und mildere Temperaturen ließen die eisigen Männchen, Tiere und Ungeheuer langsam schrumpfen, bis sie sich schließlich in ihre ursprüngliche Form – nämlich Wasser – zurückverwandelten. 

28. März 2018

Foto: Christiane Flechtner