Bild: Felix Schönebeck


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Es stinkt zum Himmel in der Heiligenseestraße

Neue Fäkalien-Einleitstelle sorgt seit dem 8. April für massive Geruchsbelästigungen bei den Anwohnern

Von Redaktion

Heiligensee – Es stinkt zum Himmel. Auf dem in einem Wohngebiet befindlichen Pumpwerk in der Heiligenseestraße wird durch die Berliner Wasserbetriebe seit dem 8. April eine neue Einleitstelle für Fäkalabwasserentsorgung aus Sammelgruben von Grundbesitzern und Kleingärtnern aus Reinickendorf und Spandau betrieben. Grund dafür sind Engpässe in der Fäkalabwasserentsorgung aus abflusslosen Sammelgruben in Berlin. 

Für die Anwohner und die benachbarte EJF-Wohneinrichtung sowie die Kita am Südfeld bedeutet dies, dass auf dem Gelände des Pumpwerks seitdem in der Zeit von 7 bis 15 Uhr durchschnittlich alle 15 Minuten ein so genanntes Saug- und Druck-Fahrzeug Fäkalien in die Kanalisation einleitet. Der Einleitpunkt ist nur knapp 30 Meter von den Grundstücken der betroffenen Familien entfernt, die sich an den Bezirksverordneten Felix Schönebeck wandten. Bei zwei Vor-Ort-Terminen überzeugte sich der Kommunalpolitiker von den Geruchsbelästigungen.

„Der Senat hatte stets versichert, dass es nicht zu einer beeinträchtigenden Geruchsbelästigung kommen würde. Seit vergangener Woche können sich die Familien nicht mehr in ihren Gärten aufhalten oder ihre Fenster öffnen. Der Fäkalgeruch setzt sich sofort in den Wohnräumen fest. Im Hinblick auf den nahenden Sommer ist dieser Zustand eine Zumutung und auf keinen Fall hinnehmbar“, ärgert sich Schönebeck. Noch im vergangenen Jahr hatte der Senat versichert, dass die Einleitstelle eine Abdeckung mit Stutzen sowie eingezogenem Einlaufrohr erhalte, weshalb es nicht zu beeinträchtigenden Geruchsbelästigung kommen sollte. Schönebeck fordert jetzt sofort wirksame nachbarschützende Maßnahmen seitens des Senats. 

„Der Senat ist jetzt am Zug. Er muss sein Versprechen gegenüber den Anwohnern einlösen“, sagt Schönebeck. Er wandte sich zunächst direkt an die Berliner Wasserbetriebe und den Senat und hofft, dass ohne Hinzuziehung von Anwälten und Richtern rasch eine praktikable Kompromisslösung gefunden werden kann.

3. Mai 2019