Umwelt

Gründe für Baumfällungen

Bäume warten auf Abtransport

Von Margrith Frei Krause

Tegel - Wer im Tegeler Forst unterwegs ist, hat die großen Stapel mit Baumstämmen bestimmt schon entdeckt. Der Fachbegriff dafür heißt Polter. „Diesen Winter haben wir im Gebiet nordwestlich der Konradshöher Straße Baumfällungen vorgenommen“, erklärt Frank Mosch, der verantwortliche Förster der Revierförsterei Tegelsee am Schwarzen Weg (die RAZ berichtete). Fällungen sind aus drei Gründen wichtig für den Wald: Erstens muss manchmal ein Baum weichen, weil die benachbarten Bäume mehr Platz und Licht brauchen, um vital zu bleiben. Zweitens muss ein Baum standfest sein, nicht zuletzt damit möglichst keine Unfallgefahr von ihm ausgeht. Ein dritter Grund, wieso Bäume im Tegeler Forst gefällt werden, ist, dass bestimmte Arten an bestimmten Standorten gefördert werden sollen. Eschen, Ulmen oder Wildkirschen sind beispielsweise Baumarten, für die schon mal eine Kiefer oder eine Buche, die viel zahlreicher vorkommen, weichen müssen. 

Im Laufe des Jahres hat Frank Mosch die Bäume gekennzeichnet, die aus einem dieser Gründe nun gefällt wurden und sie beim übergeordneten Forstamt gemeldet. Der Senat beziehungsweise das Forstamt Tegel schreibt dann den Auftrag aus und vergibt ihn an eine Fremdfirma, die mit großem Gerät auffährt. Die sechs Revierförstereien sind dafür weder maschinell noch personell ausgerüstet. „Wir kloppen uns um drei Trecker!“, lacht Frank Mosch. 

Die Firma, die den Zuschlag erhalten hat, hat mit sogenannten Harvestern die Bäume „geerntet“ und auf eine einheitliche Stammlänge geschnitten. Daraufhin hat sie der Rückzug, ein Fahrzeug, das Baumstämme aufladen und transportieren kann, zu Polter gestapelt. „Damit der Boden nur an wenigen Stellen durch die schweren Fahrzeuge verdichtet wird, habe ich sogenannte Rückwege bezeichnet“, erklärt Mosch. Nur diese Wege, die einen Abstand von 40 Metern voneinander haben, dürfen befahren werden. „Diesen Winter haben wir rund 40 Hektar durchforstet und dabei 4.000 Festmeter Bäume gefällt“, erläutert Frank Mosch. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter. Jedes Jahr wird nur ein Teil des rund 714 Hektar umfassenden Waldgebietes durchforstet, das zu Moschs Revierförsterei Tegelsee gehört. Nun wartet der Förster darauf, dass die Stämme abgeholt werden und die Waldwege wieder instandgesetzt werden können. Für den Nachwuchs der gefällten Bäume ist übrigens gesorgt: Durch Verjüngung, also das natürliche Aussäen der Bäume, bleibt die Holzmasse im Tegeler Forst immer gleich groß. Der Förster und seine Mitarbeiter pflegen ihren Wald und sorgen dafür, dass er artenreich bleibt. 

Worauf Mosch auch wartet, sind die Fremdfirmen, die das „Sturmholz“ räumen. Der Tegeler Forst ist noch übersät von kreuz und quer liegenden umgestürzten Bäumen, die Opfer der Herbststürme Xavier und Herwart geworden sind. Die Arbeiten sind so umfangreich, dass sie dieses Frühjahr noch nicht abgeschlossen werden können. 

Mosch erklärt, wieso das Räumen wichtig ist: „Umgestürzte und geschwächte Bäume werden bevorzugt von Schädlingen befallen, die dann auch auf die gesunden Bäume übergreifen können“. Dabei tragen die Schädlinge so prächtige Namen wie „Blauer Kiefernprachtkäfer“ oder „Zweipunktprachtkäfer“.  

28. März 2018

Foto: Margrith Frei Krause