Sport & Vereine

Rausch der Geschwindigkeit

Wakeboarden – Wassersport ohne Motor und Segel

Von Daniele Schütz-Diener

„Es macht einfach sehr viel Spaß, im Rausch der Geschwindigkeit über die künstlich von einem Motorboot erzeugten Wellen zu springen“, erzählt der 20-jährigte Jan Diener euphorisch vom Wakeboarden auf dem Tegeler See.  „Wakeboarding ist wie eine Mischung aus Snowboard und Wasserski.“ 

Da das den Wasserskifahrer ziehende Boot deutlich die auf den Berliner Gewässern erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h überschreiten muss, ist der Sport nur in gekennzeichneten Arealen gestattet. Die Hauptstadt verfügt über zwei öffentliche Wasserskistrecken, auf welchen jeder mit der adäquaten Ausrüstung Wakeboarden und Wasserskifahren kann. Zusätzlich zu einer am Großen Fenster neben dem Wannsee gibt es eine 400 x 100 Meter große öffentliche Wasserskistrecke auf dem Tegeler See, die mit einem auf blauen Tonnen abgebildeten Wasserskifahrer gekennzeichnet ist. Man kann die Wasserskifahrer dort vom Ende der Greenwichpromenade auf Höhe des Kanonenplatzes oder auch von den Stegen der Touren-Segler-Vereinigung e.V. im Uferweg Neheimer Straße sehr gut beobachten. 

Die in der Binnen-Schifffahrtsstraßen-Ordnung festgesetzte Nutzungsdauer von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gilt nicht für den Tegeler See. Hier müssen sich Sportler auf die Zeit zwischen 9 und 12 Uhr und zwischen 15 und 18 Uhr begrenzen.

„Es ist einfach wichtig für mich, dass ich ein verlässliches Team auf dem Boot habe, das mich beobachtet und auf meine Handzeichen achtet“, erklärt der junge wassersportbegeisterte Student mit einem strahlenden Lächeln weiter. „Da ich mich rund 25 Meter hinter dem röhrenden Bootsmotor befinde, würde mich niemand hören und deswegen muss auch das Zugboot immer mit einer zweiten Person besetzt sein.“ Für die richtige Kommunikation ist es notwendig. vorab zumindest vier Handzeichen für die wichtigsten Mitteilungen zu vereinbaren. Die üblichen sind oftmals folgende: Schneller: Daumen nach oben, langsamer: Daumen nach unten, Stop: erhobene Hand und bei Problemen: mehrfache Hin-und-Her-Bewegungen mit der flachen Hand unter dem Kinn.

Was muss noch beachtet werden? Der Führer des Zugbootes muss bei der Vorbeifahrt an anderen Verkehrsteilnehmern, anderen Personen im Wasser, am Ufer, an Regelungsbauwerken, schwimmenden oder festen Anlagen oder Schifffahrtszeichen einen Mindestabstand von zehn Metern einhalten. Der Wasserskiläufer muss sich im Kielwasser des ziehenden Fahrzeugs halten. 

„Viele Motorbootfahrer wissen nicht, dass man ohne einen Wasserskifahrer nicht einfach Vollgas geben darf in der Wasserskistrecke“, erläutert Jan Diener weiter, der bei einer Routinekontrolle durch die Wasserschutzpolizei die Chance genutzt hat, alle seine offenen Fragen zu klären. So erfuhr er auch, dass das Nichteinhalten der Zeiten auf der Wasserskistrecke mit einem Bußgeld von 55 Euro bestraft wird, ebenso teuer ist auch das Wasserskifahren außerhalb der Strecke. „Man darf auch nicht sein Kind auf einem Surfbrett mit normaler Geschwindigkeit hinter dem Boot schleppen.“ Er und sicherlich viele andere Wasserskisportler hoffen darauf, dass die Nutzungszeiten der Wasserskistrecke irgendwann gemäß den Bedingungen der Binnen-Schifffahrtsstraßen-Ordnung erweitert werden.

24. Juli 2018

Foto: Daniele Schütz-Diener